Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

LS HI. Materia medica und Toxikologie, 
tionen, die in gut verschlossenen: Gefässen, gegen die Luft ge» 
schützt, aufbewahrt werden müssen, sind besonders folgende der 
Erwähnung werth:: Chlorkalk-Küchelchen, (DrscHawmes): 
Chlorkalk 2 Drachmen, Zucker 8 Unzen, Stärke 1 Unze, Tra- 
ganth 1 Drachme und Carmin 3 Gran, woraus Küchelchen von 
® Gran Schwere bereitet werden. Chlorkalk-Zahnpulver 
(DrscHAmps): Chlorkalk 16 Gran, rothe Corallen 1 Unze und 
Gewürznelkenöl 2 Tropfen. Chlorkalkmundwasser (CuE- 
VALLIER): Chlorkalk 3 Drachmen, Wasser und Alkohol, von je- 
dem 2 Unzen, Rosenöl 4 Tropfen und von dieser filtrirten Auf- 
lösung. 1 Theelöffel voll unter 1 Glas Wasser gemischt. Da bei 
letzterer Composition, durch erforderlichen und - beliebigen Zu- 
satz: von Wasser, des Guten leicht zuviel oder zu wenig gesche- 
hen kann, so hat man auch das Mittel gleich in bestimmtem 
Mischungsverhältnisse verdünnt angefertigt. Diese Präparat ist 
dann unter den Namen: Pneumatokatharterion (Athemverbesse- 
rungsmittel) sehr-in Aufnahme gekommen und wird noch immer 
als Geheimmittel theuer verkauft.- Ein solches verbessertes CHE- 
VALLIER’Sches Mundwasser kann man aber nach Vorschrift des 
Charite - Apothekers Frevsere leicht und wohlfeil, wie folgt, be- 
reiten: 1 Drachme frischbereiteten Chlorkalks wird unter gelin- 
dem Reiben in 6 Pfund M. G. destillirten Wassers aufgelöst; 
dann werden 8 Unzen des reinsten Alkohols zu 83 Proc. nach 
RıcyTER oder 91 Proc. nach Traıırs hinzugethan, und es wird 
diese Flüssigkeit, nachdem sie an einem kühlen Orte 24 Stunden 
ruhig gestanden, filtrirt. und in einem gut verschlossenen Glase 
aufbewahrt. Der Zusatz eines wohlriechenden Oeles oder Was- 
sers zum Alkohol darf, soll das Mittel nicht widrig werden, nur 
sehr gering seyn, ist aber auch nicht nöthig, da diese Mischung 
mit der Zeit Aetherbildung eingeht und dann von selbst einen 
erquickenden, frischen Aepfeln nicht unähnlichen Geruch und 
Geschmack annimmt. Will man dies beschleunigen, 80 reibt man 
den Chlorkalk nur mit wenig Wasser, setzt aber den ganzen Al- 
kohol hinzu, lässt die bisweilen umzuschüttelnde Mischung in ver= 
schlossenem Gefässe mehrere Wochen stehen, verdünnt sie nun 
erst mit dem übrigen Wasser ‚und filtrirt das Ganze. — Kines 
solchen Wassers bedient man sich einige Male täglich zum Gur- 
geln und Ausspülen des Mundes, indem man es zugleich durch 
die Zwischenräume der Zähne zieht; nachdem diese zuvor, wie 
gewöhnlich, mit der Bürste gereinigt worden sind. Als Schön- 
heitsmittel sind die erwähnten 3 Chlorkalkpräparate deshalb zu 
empfehlen, weil sie den Zähnen nicht nur, ohne dem Schmelze 
zu schaden, die gehörige Weisse geben, sondern auch den sowohl 
bei hohlen als künstlichen Zähnen vorkommenden üblen Mundge- 
ruch sogleich und für so lange beseitigen, als mit den faulendem 
Massen noch Chlorkalktheile in Berührung sind. Hiernach sind 
diese Präparate aber auch wirkliche Heilmittel und schützen die 
Zähne vor früher Zerstörung, indem sie theils in alle Vertiefun-
	        
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