Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

it. - Pathologie, Therapie ind: medicinische Klinik. 469 
ches Parenchym; gegen seine Mitte hin war er aber ganz dege- 
nerirt und stellte eine grössere Abscesshöhle. dar; dagegen war 
der Lobus Spigel@ in seinem Parenchym: normal und nur an sei- 
nem untern Rande fand sich ein kleinerer Abscess. Die Gallen- 
blase war normal beschaffen und auch: die in ihr enthaltene Galle 
verrieth nichte Normwidriges. : Endlich. zeigten sich noch die 
Drüsen des kleinen Netzes an der Curvatura minor des Magens, 
der Kopf des Pankreas, Cardia und. Pylorus im höchsten Grade 
scirrhös.‚entartet ; die einzelnen Scirrhen, z. B. am Pankreas und 
Pförtner, bildeten wallnussgrosse Kuoten;, die aufgeschnitten eine 
geronnenem Eiter ähnliche Masse. enthielten; die innere Ober- 
fläche des Magens zeigte wahlreiche Verdickungen und KEcchymo- 
sen in der Schleimhaut. — Alle Unterleibsorgane waren wie von 
galligem Pigment infiltrir£, übrigens aber bis auf die beschriebe- 
nen Abweichungen mormal beschaffen; der Darmcanal sehr welk, 
missfarbig, die Blutgefässe des Unterleibes enthielten verhältniss- 
mässig wenig, ‘aber dickes, schwarzes Blut. Auch Herz und 
Lungen waren :mit Ausnahme: einiger. leichteren Adhäsionen ge- 
sund. — KErst nach dem Tode erfuhr ich,. dass K., obwohl er 
und seine Frau dies jederzeit standhaft gegen mich in Abrede 
gestellt hatten; stets schr viel und bis gegen 1} Kanne Brannt- 
wein täglieh, :ohne-sich jedoch zu berauschen, getrunken und 
dabei stets sehr ‚wenig gegessen: habe; auch im MB eginne seiner 
Kraukheit soll er gewöhnlich die heftigen Schmerzen durch reich- 
liches Branntweintrinken zu beschwichtigen gesucht haben. — 
Ausserdem wurde er von allen Seiten als ein stiller, friedlicher, 
ordentlicher und sehr fleisaiger Mann belobt. —. 
254. Vernarbung der Darmgeschwüre; vom Prof, 
Dr. Buernnt in Greifswalde. Nachstehender Fall stellt den Ver- 
narbungsprocess auch bei einer grössern Zahl von Darmgeschwü- 
ren ausser Zweifel und giebt über. die Art und Weise, wie sel- 
biger erfolgt, Auskunft: Ein ‚etwa 40jähriger Chausseearbeiter 
wurde am 20. Oct: v. J. an einem in. .hohem Grade ausgebilde- 
ten und bis dahin vernachlässigten gastrisch-nervösen Fieber lei- 
üdend; in die medicinische Klinik aufgenommen. Sein Zustand 
forderte grosse Gaben des Kamphers und, nachdem er mehrere 
Tage hindurch über 60 Gr. täglich genommen hatte, gelang.e8, 
die Krankheit zu bezwingen und ihn auf den Weg der Recon- 
valescenz zu führen. Mehrere Tage vergingen num unter Anzei- 
gen fortschreitender Besserung, dann aber trat trocknes Hüsteln 
und hektisches Fieber ein, wobei Pat. Beklemmung in. der rech- 
ten Brustseite angab und auch nur auf dieser Seite bequem hlie- 
gen konnte. Dieser Zustand, bei dem keine Spur des frühern 
Nervenfiebers zugegen war und der mit erträglichem Wohlbefin- 
den wechselte, hielt bie. zum 8. Nov.’an, an welchem Tage Pat., 
nachdem er eben seine Mittagssuppe mit Appetit genossen und 
sich wieder in sein Bett begeben hatte, ganz plötzlich unter hef- 
liger Brustbeklemmung verschied. Die Section am nächsten
	        
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