Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 455 
ben, das sein ausgebreitetes Geschäft unausgesetzt forderte, un- 
fähig war. Auf die Bitte, dem über sein Uebel höchst Beküm- 
merten wo möglich zu helfen, setzte der. Vf., das Uebel für rei- 
nes Nervenleiden haltend, auf der Schulter, etwa in der Mitte 
zwischen Acromium und untersten Halswirbein, mithin da, :wo 
die 4 untern Halsnerven und der erste Rückennerv ‚zum Plexus 
brachialis zusammentreten, ein 2—3 Erbsen fassendes Fonta- 
nell. Ausserdem empfahl er zur Vermehrung des Umfangs der 
Feder, dieselbe durch einen der Länge nach durchbohrten, ge- 
wöhnlichen langen Flaschenkork, zu stecken,. wodurch schon :an 
sich das Zusammenhalten der Finger beträchtlich erleichtert wurde, 
zo dass Pat. mit dieser Vorrichtung, wenn gleich etwas. lahgsas 
mer, ‘schreiben konnte. Nach. 3 Monaten zeigte sich die Wir- 
kung des Fontanells im glänzendsten Lichte, Das Uebel nahm 
täglich mehr ab, bald wurde der Pfropfen überflüssig, Pat: konnte 
wieder mit einfacher Feder so ungehindert und gut schreiben, 
als je zuvor, und noch heute glaubt er, dass das Leiden nicht 
zurückgekehrt geyn würde, wenn man nicht das Fontanell hätte 
eingehen lassen. Diess geschah nämlich nachdem das Fontanell, 
etwa 2 Jahre offen erhalten worden war, in der Meinung, dass 
es nun nicht mehr nöthig sey. Kaum aber waren 6 Monate ver- 
gangen, als das Uebel sich wieder. in seiner ganzen Lästigkeit 
ausgebildet hatte. Ein nun 5 Monate da, wo das Fontanell ge- 
iegen hatte, in Eiterung erhaltenes Haarseil blieb ohne alle Wir- 
kung und das vom Vf. brieflich empfohlene Brenneisen, womit 
2 Streifen von den Halswirbelbeinen bis zur Schulterspitze ge- 
brennt werden sollten, wurde nicht angewendet, weil der Arzt 
des Kranken das Mittel für zu heroisch und den Erfolg für zwei- 
Feihaft hielt. Pat. entschloss sich daher, sich an das Schreiben 
mit der linken Hand zu gewöhnen, was auch recht bald gelang 
und 5 Jahre ohne Hinderniss fortgesetzt wurde; nur empfand 
Pat. zuweilen nach sehr anhaltendem Schreiben leichte Anwand- 
lung des in Rede stehenden Uebels, doch nie so, wie im rech- 
ten... Inzwischen starb der Hausarzt des Kranken, und mit dem 
neuen Arzte erwachte von neuem die Hoffnung endlicher Gene- 
sung. Pat. gebrauchte Elektricität, Galvanismus, Bad und Douche 
zu Teplitz, Einreibungen von Brechweinsteinsalbe über den gan- 
zen Arm, 5 Moxen von der Handwurzel bis an das Schulterge- 
lenk, das Seebad zu Helgoland und Nur vomica innerlich in stei- 
gender, zuletzt in sehr grosser Dosis, doch Alles völlig erfolglos. 
So steht die Sache noch jetzt, ohne dass seit den letzten 12 Jah- 
ren das Uebel zu- oder abgenommen hätte. Pat. hat alles fer- 
pere Mediciniren aufgegeben, sich dafür nach mechanischen Hülfs- 
mitteln umgesehen und bedient sich jetzt nach vielen vergebli- 
chen Versuchen nachstehender einfacher Vorrichtung mit dem 
grössten Nutzen: in einem 4eckigen + Zoll dicken, 2 Zoll langen 
und 14 Zoll breiten Stückchen Holz befindet sich in der Mitte 
ein Loch, durch das die Feder.so gesteckt wird, dass die Spitze
	        
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