Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

IL Materia medica und Toxikologie, 
Summar., Bd. V, Hft. 4, Nr. 119) wurden im Aufirage des k. 
preuss. Ministeriums d. geistl. Unterr.- u. Medic.- Angeleg. vom 
Curatorium für die Krankenhaus - Angelegenheiten Versuche über 
seine angerühmte Wirksamkeit sowohl bei innerlichen, als äus- 
serlichen Blutungen angeordnet. Dieselben wurden in 60 Fällen 
unternommen und zwar wurde 44 Mal der Liquor äusserlich, 16 
Mal innerlich angewendet. Bei ersterer Anwendung wurde ein 
Charpiehausch , stark mit Liquor befeuchtet, 5, 10 —15 Minuten 
und wohl auch länger gelinde gegen die bliutende Fläche ange- 
drückt, auch gegen Metrorrhagieen der reine Liquor eingespritzt. 
Innerlich gab man ihn einige Male rein, gewöhnlich aber mit 
gleichen Theilen Syr. rubö. idaei und zwar alle 2—3 Stunden 
zu einem Esslöffel. Das Resultat dieser Versuche war bei äus- 
serlicher Anwendung günstig 15 Mal, zweifelhaft 10 Mal, 
ungünstig 19 Mal; bei innerlicher Anwendung günstig: kein 
Mal, zweifelhaft S Mal und ungünstig S Mal. — Hiernach er- 
giebt sich denn, dass dieser Liquor, innerlich genommen, als 
hlntstillendes Mittel, gar nichts leistete und äusserlich angewen- 
det, höchst unzuver.ässig war. Ja geht man in das Einzelue der 
Fälle ein, so muss mau wohl in denjenigen 15 Fällen, wo die 
nur geringe Blutung aufhörte, nachdem man äusserlich den Li- 
quor in Auwendung gezogen hatte, fragen: ob nicht die Charpie 
und der Druck auf dieselbe hier allein genützt habe? und sonach 
auch diese 15 Fälle eigentlich noch den zweifelhaften zurech- 
nen. Wenn übrigens dieser Liquor, äusserlich verordnet, in 
Folge dieser Versuche nur negativ, d. h. durch Verabsäumung 
eines kräftigen Heilverfahrens schaden kann, so dürfte.er doch 
beim innerlichen Gebrauche auch positiv nachtheilig werden kön- 
nen, da er in 6 Fällen Leibschmerzen und heftige Durchfälle, 
so wie Uebelkeiten und Erbrechen und in 2 Fällen Gefässaufre- 
gung hervorbrachte und deshalb mehrmals ausgesetzt werden 
mussie. [Aus einem amtlichen Berichte der Charite - Direction 
mitgeth. von L*. in der Med, Zeit. d. Vereins f, Heilk. in Preus- 
sen, 1834, Nr. H.] 
22. Heisses Wasser, äusserlich angewendet, ein 
Mittel gegen den Croup; vom Garn. Stabs-Arzte Dr. LeEH- 
MANN in Torgau mit einem Zusatze vom Prof. Dr. Kcx in Ber- 
lin. Vor vielen andern Mitteln giebt L. im Croup, namentlich 
im Anfange desselben, der äussern Anwendung des heissen Was- 
sers anf die Gegend des Kehlkopfs den Vorzug. Das Verfahren 
ist nämlich einfach und hilft schnell und sicher, hat auch nicht 
die üblen Nachwirkungen, die oft andern Mitteln folgen. Die 
beste Zeit zu seiner Benutzung ist der Anfang des Uebels, also 
eiwa der Moment, wo das oft ganz gesund ins Bett gelegte Kind 
in der Nacht, wo meist die Krankheit beginnt, plötzlich unruhig 
und ängstlich aus tiefem Schlafe erwacht, eigenthümlich rauh hu- 
tet, fast so wie ein alter heiserer Kettenhund. beilt und Ras- 
sein oder Pfeifen auf der Brust und Athmungsbeschwerden wahr-
	        
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