Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

V.:: Gynäkologie ‚und Pädiatrik; 
Fehler in..ihrer. Lebensweise, und so fing sie deun ‚an heftiger, 
als, je, über Schmerzen im Kreuze und nach dem linken Os ischü 
hin,. über sehr empfindliches Stechen hoch oben im Mastdarme 
wie mit Nadeln, ganz besonders, weun sie. sich setzen. woHte 
uud über, Durchfall zu. klagen. Der Schmerz zog sich; . weun;, 
man. Unterlejb oder Inguinalgegend drückte, vom linken Os ich 
quer durch das Becken nach dem Os pazdis zu, äufigen und 
heftigen Drängeus, zum Stuhle ungeachtet. trat ein solcher eigent-, 
lich nicht ein, sondern statt dessen ein durchfallartiger, wodurch 
höchstens ein Esslöffel eines höchst faulig und excrementitiell rie- 
gehenden graugelben .Schleims entfernt wurde... Pat. wurde schr, 
schwach und magerte so ab, dass durch fieberbafie Anregungen, 
nicht: selten ‚eine Heotica zu fürchten stand, doch überwand die, 
gute: Natur der Kranken Alles. Unbekannt mit dem Wesen des 
Uebels, da die erwähnten anamnestischen Momente von der Kran-- 
ken verschwiegen wurden, weil sie, nach Geburt zweier Kinder, 
an die Anwesenheit noch, eines Kindes nicht im KEntferntesten 
dachte, gaben die Aerzte Emulsionen, auflösende, anhaltende, 
beruhigende Mittel, die auch immer Linderung brachten, doch 
genas die Frau vom 2. Wochenbette ab nicht mehr völlig, wenn. 
auch-die Kinder, von..denen das eine 3, das andere 1} Jahr 
waren, von Gesundheit strotzten.. Im Mai 1833 nalım man ‚wie-. 
der bedeutende Verschlimmerung wahr, da besonders die Schmer- 
zen in der linken Unterleibsseite, im Krenze und im Mastdarme 
sehr heftig wurden ‚wobei sich nun ein 2: Mal täglich exacerbi- 
rendes Zehrfieber ausbildete.‘ Der erwähnte Schleim ging in 2% 
Stunden 10—920 Mal mit vielen Winden ab, war mit hartnäckigen. 
eigentlichen Stuhlverstopfungen verbunden, da durch jene Auslee- 
rungen. keine Kxcremente abgingen, und der Stullgang selbst konnte, 
nur. durch Mittel erzwungen werden. Untersuchungen durch Mast- 
darm und Scheide gaben kein bestimmtes Resultat. Diesen eigen- 
thümlichen Zustand, bei dem man einen Fötus nicht. im Entfernte- 
sten vermuthete ‚, erklärte man bald so, bald anders. In der Mei- 
nung, einen Fluxus coeliacues,. oder eine aus Schleimhämorrhoi- 
den entstandene .Mastdarmblennorrhöe, die wohl in Geschwürs- 
bildung bis zur. carcinomatösen KEntartung übergegangen wäre, 
vor sich zu haben, wurden schleimige Mittel mit Ratanhia und 
Dpium, passende Einreibungen und narkotische Umschläge mit 
Stullgang befördernden Mitteln im Juli, im August aber milde 
Emulsionen mit .dqua amygd. amar. , Althäadecoct mit Kzir, Nuc. 
Vomic., Cascarillentinctur, Bistorta, Simaruba, später Conium, 
Ualendula etc. verordnet. Statt des gewöhnlichen, die Leiden 
steigernden Kaffees wurde Eichelkaffee getrunken, auch vertrug 
Pat. nur wenige Speisen und bekam sogleich nach Genüssen, die 
ihr nicht zusagten, besonders nach Gemüsen, vermehrte Be- 
schwerden. Im Sept. wurden Salepsuppen und Pulver aus Opium, 
Columbo, Nux Vomic., Ipecac. und Mac, angewendet, diese Mit- 
tel auch, bis auf das Opium, in Aufgüssen und Abkochungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.