Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

UL. Materia medica und Toxikologie. 417 
Die Betupfung mit Höllenstein :muss’ in manchen Fällen wieder- 
holt werden, wobei die Schmerzen geringer, ‚als bei der ersten 
Anwendung zu seyn pflegen. Manche Aerzte bedienen sich des 
aufgelösten Höllensteins zu demselben Zwecke; doch erweist sich 
dieses Aetzmittel in fester Form :allemal wirksamer. [London 
medical Gazette, Vol, XIV, No. 349, Aug. 1834] 
. 230. Rohes Kalbfleisch bei Augenentzündungen 
angewendet; von Dr. KocH in Neuffen, Dieses einfache Mit- 
tel hat den Vrf., ehe derselbe sich des -blausauren -Zinkoxyds 
(S. Summar,, Bd. IX, Hft. 8, Nr. 229) hei Augenentzündungen 
bediente, oft aus grosser Noth gerettet. - Nichts beruhigt näm- 
lich für den Augenblick so sehr und ‚nimmt die Hitze weg, als 
jeicsen Mittel. Jetzt, da K, das blausaure Zinkoxyd kennt, be- 
nutzt er nur bisweilen im Anfange heftiger Augementzündungen 
das Kalbfleisch. Er lässt dann von frischem, ganz magerem Flei- 
sche — gut ist es, wenn man es gleich nach dem Schlachten 
noch warm erhalten kann, federkieldicke Scheiben schneiden und 
alle 1—3 Stunden, je nachdem die Hitze mehr oder weniger 
gross ist und das Fleisch daher ‚schneller oder langsamer trock- 
net, ein frisches Stück auflegen. ‚Das ‚Uebel: bessert sich da- 
nach jedes Mai, wenigstens auf kurze Zeit, [v. Ammon’s Zeit- 
schrift f. Ophthalmologie, Bd, VI, Hft. 1. 2.1. 
281. Vergiftung durch Bleiweiss; vom O. A. Arzte 
Dr. BodEnmÜLLER in Gmünd. In einem. Wirthshause kam neu- 
lich Kremserweiss, das zu Farbenbereitung verwendet werden 
sollte, zufällig unter die gewöhnliche Kreide und eine Spielpar- 
tie erhielt ein Stück davon. zum Anschreiben, Nach Beendigung 
des Spiels war dieses Stück, das an Grösse ‚einer Wallnuss glich, 
unter den Tisch gefallen, wo es der Sohn des Wirths, ein Knabe 
von 3} Jahren gefunden und — gegessen hatte. Nach einigen 
Stunden stellte sich bei dem vorher muntern und gesunden Kna- 
ben heftiges Erbrechen eim und die Eltern erfuhren endlich, ’was 
vorgegangen war, Jetzt wurde B. schleunigst gerufen, und man 
gab ihm ein Stückchen solcher Kreide, das sich als Kremserweiss 
auswies. Der Knabe hatte Anfstossen und. öfteres. heftiges Er- 
brechen von grünlich-Aüssigen Stoffen, Mangel an Appetit, trock- 
nen Mund, mässigen Durst, blasses, gelbliches Gesicht, erschwer- 
ten Athem, eingezogenen Bauch, Kolikschmerzen unter der Herz- 
grube, während der Unterleib bei Berührung. nicht schmerzte, 
wenig gerötheten Urin, Mangel an Stuhlgang und Schmerzen in 
den Gliedern. In Folge der Erschöpfung durch das Erbrechen 
trat Schlaf ein, der aber unruhig und nicht erquickend war. 
Hieraus: war der Schluss auf das vorhandene Leiden um so we- 
niger schwierig, als ein Theil des Corpus delicti sich, wie an- 
gegeben, als Kremserweiss ausgewiesen. und die Krankheitser- 
scheinungen vollkommen mit den Wirkungen des letztern über- 
einstimmten. Es war somit ausser Zweifel, das eine Bleivergif- 
tung vorlag. B. verordnete daher Dec. Alth, mit Sal mir. Glaub. 
Summarium d. Medicin. 1835. X 2
	        
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