Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

416 IN. Materia medica und Toxikologie. 
grän zu fürchten stand, erhielt Pat. Dec. Chin. mit Ag. oxrymur. 
Später legten sich die Zufälle sehr allmählich, 89 dass nach 5 Wo- 
chen, wenn auch während der ersten 3 Wochen die beiden Stellen, 
wo injieirt worden war, sehr verdächtig aussahen und die Flärte 
fortdauerte, die Frau für völlig hergestellt erklärt werden konnte, 
Selbst die frühere Gelenkigkeit und Kraft hat sich wieder im Arme 
eingefunden, wenn sich gleich die Mediaza und Ulnaris externa 
nicht durch Druck zum Vorschein bringen lassen. [Pfaff’s prakt. 
u. krit, Mittheilungen a. d. Gebiste d. Medic., Chir, u. Pharm. 
Neue Folge. .Jahrg. I, Hft. 1.2.) 
228. Heilung einer Rose’ des Halses mittelst Mer- 
curialeinreibungen, BLovquierR wurde zu einem 50jähri- 
gen Manne gerufen, bei welchem sich Krysipelas faciei zu ei“ 
nem ungemeinen Grade ausgebildet hatte. Pat. wur so entstellt, 
dass er unkenntlich geworden war. In Zeit von 3 Stunden hatte 
die Geschwulst die ganze rechte Seite des Halses eingenommen. 
Sie war äusserst hart, roth-violett, ea fanden sich stechende, an- 
haltende Schmerzen und sehr erschwerte Respiration und die Deglu- 
tition war fast unmöglich. Die Ideen ohne Zusammenhang, Trismus 
der untern Kinnlade, Der Puls-hart und klein, von 140 Schlä- 
gen. 30 Stück Blutegel auf die Geschwulst hielten das Leiden 
nicht an, die Geschwulst vermehrte sich im Gegentheil darnach 
beträchtlich, und verbreitete sich auch über die linke Hälfte des 
Halses und Gesichtes, Sämmtliche Symptome verschlimmerten 
sich. Der Vrf. liess nun zweistündlich 4 Unze des Unguentum 
nenpolitanıum einreiben. Bei der 3. Einreibung beszerte sich der 
Zustand, Der Puls sank auf 117 Schläge. Die Frictionen wur- 
den fortgesetzt.” Bei der 10. Kinreibung hatten‘ sich sämmtliche 
Symptome gemildert. In 20 Stunden waren 5 Unzen verbraucht 
worden und Pat. war am 3. Tage völlig hergestellt, - Die Ein- 
reibungen blieben ohne Zufälle. Hieraus wird gefolgert, ‘dass 
man dies therapeutische Mittel oft mit einer gewissen Dreistigkeit 
anwenden müsse, und gefragt, ob das Misslingen dieser Methode 
in gewissen Fällen nicht von Furchtsamkeit des Arztes herrühre. 
[Bulletin gen. de Therapeutique eic., Tom. VI, Pug. 382.] 
229. Behandlung wunder Brustwarzen mit Höl- 
Jenstein; von Aırx. J. Hayyay. Man trockne die Warze be- 
hutsam und sorgfältig ab, betupfe sie dann mit einem scharfen 
Stückchen Höllenstein; und drücke es namentlich in die Schrun- 
den oder Risse ein; dann wasche man die Brustwarze mit etwas 
warmer Milch und Wasser, Die anfangs heftigen Schmerzen las- 
sen bald nach, und etwas einfache, oder mit Zinkblumen ver- 
setzte Salbe ist allein zur Heilung vollends hinreichend. Biswei- 
len lässt Vrf. auch die Warze mit einer gesättigten Auflösung von 
Borax waschen, sowohl ehe das Kind saugt, als auch wenn es 
gesaugt hat. Sollten die Schmerzen selbst sehr heftig werden, 
Ro hat man sie doch nicht zu fürchten; durch Darreichung einer 
Gabe eines Morphiumsalzes lassen sie ‚sich schnell beseitigen.
	        
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