Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

404 HM. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
ungünstiger Witterung, in Verbindung mit ernenerten Diätfeh- 
lern, sie zu ihrer Vollkommenheit entwickelt und den Eintritt 
des letzten Stadiums, in welchem sich der Kranke meines Er- 
achtens befand, so lange er in meiner Behandlung war, be- 
schleunigt. — Jedenfalls war der anfängliche so günstige Erfolg 
des eingeschlagenen Heitverfahrens erfreulich, und es wäre dem- 
nach, olıne das Dazwischentreiten eines so unglücklichen Ereig- 
nisses, vielleicht doch möglich gewesen, die Krankeit wenn gleich 
nicht gänzlich zu beseitigen, doch auf eine Stufe zurückzufüh- 
ren, bei der der Organismus noch Jahrelang in einer freilich 
relativen Gesundheit und jedenfalls mit grosser Neigung zu ei- 
nen Recidiv, hätte bestehen können. — Kndlich scheint mir jener 
tölpelhafte Kxcess in der Diät die alleinige, vollkommen hinrei- 
chende Ursache des .so unerwartet eingetretenen, unglücklichen 
Ausganges zu enthalten; denn die lähmende Einwirkung einer so 
unmässigen Ucberladung mit schweren und sehr reizenden Spei- 
sen und Getränken auf die ohnehin geschwächten Organe ’des 
Unterleibes konnte unmöglich lange ausbleiben. Ich habe seit 
dieser. Zeit keinen Fall von Diabetes zu beobachten Gelegenheit 
gehabt, der überhaupt in unserer Stadt, wo namentlich während 
der Messen ein ungeheurer Zusammenf{finss von Menschen aus 
allen Weltgegenden sich findet, verhältnissmässig äusserst selten 
vorkommt. Doch habe ich mir vorgenommen, bei dem ersten 
Falle dieser Art, der sich mir zur Behandlung darbietet, das 
neuerlich von dem hocherfahrenen Bersot in Greifswald im Dia- 
betes mit glücklichen Krfolge erprobte Kreosot (vgl. Summarium, 
Bd. VII. 88) zu versuchen, das mir äusserlich angewendet schon 
öfters wesentliche Dienste bei äussern Krankheitszuständen ge- 
leistet hat, deren Grund ich in einenr krankhaften Vegetations- 
processe mit dem Charakter excessiver Thätigkeit suchen zu müs- 
sen glaubte. — Sollte nicht der Brechweinstein in grossen Ga- 
ben seine anderweit wunderbar heilsame Wirkung auch im Dia- 
beies bethätigen können? da er doch offenbar gerade in Krank- 
heiten, welche auf abnorm gesteigerter Vegetation und Plastici- 
tät beruhen, am glänzendsten wirkt, indem er das gesammte Ge- 
fäss - und Nervenleben, als die Hauptfactoren des Vegetations- 
processes, mächtig erschüttert und umstimmt, und dadurch Be- 
schränkung jener excessiven Thätigkeiten herheiführt. — 
221. Kinige Worte über syphilitische Knochen- 
krankheiten und Mercurialkrankheit; von Sımon. Wem 
Bonoroen (cf. die Syphilis pathol. diagn. und therap. dargestellt, 
Berlin 1834, 5. 369) sagt: „dem Obigemr zu Folge unterliegt es 
„wohl keinem Zweifel, dass die syphilitischen Knochenkrankheiten 
„das gemeinschaftliche Erzeugniss der Syphilis und des Mercurs 
„sind“ (S. 12 heisst es noch bestimmter, dasssie nur dies — immer 
sind); „doch würde man schr irren und den Kranken durch fal- 
„sche Behandlang schaden, wenn man diese Uebel immer für rein 
„mercurielle halten wollte. Auf diesen Abweg gerieth MaATH1A8S,
	        
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