Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

1). Materia Medica und Toxikologie, 35 
Kranke behandeln, die er gar nicht, oder nur einmal sieht. Nach- 
stehender vom Vf. täglich beobachteter Fall liefert dagegen ei- 
nen glänzenden Beleg mehr zu RırscHeErR’s Beobachtungen: ein 
kräftiger, 23jähriger Mann bekam nach Erkältung Frost und dar- 
auf folgende Hitze, wozu sich gegen Abend Brustbeklemmung, 
Bruststiche, Husten mit blutigem Auswurfe, Kopfweh, weissbe- 
legte, trockene Zunge, Durst, heisse Haut, rothes Gesicht, vol- 
ler frequenter Puls fanden. Morgens darauf sah Ch. den Kranken 
unter diesen Erscheinungen und liess ihn, obgleich Verstopfung 
zugegen war, nach hinreichender Blutentziehung alle 3 Stunden 
einen Esslöffel von folgender Mixtur nehmen: Pr. Plumb. acet. 
gr. }v Zinct. opü simpl. 5{%, Aqu. dest. Zv, Syr. Alth. 3). Am fol- 
genden Tage gegen Mittag, nachdem Pad. davon 7 Löffel genom- 
men hatte, war der Puls von 116 Schlägen auf 100 gesunken 
und fühlte sich weich, nicht mehr so voll an. Bruststiche und 
Husten hatten viel nachgelassen und der Auswurf sah nicht mehr 
blutig, dagegen aber war Abends vorher geringes Nasenhluten 
zugegen gewesen. Anhaltender Verstopfung wegen gab man ein 
gewöhnliches Lavement und liess die Mixtur fortnehmen. Tags 
daranf war der Puls fast normal, Brustschmerzen fehlten ganz, 
die Respiration war ungehindert, dagegen hörte man noch Hus- 
ten, der aber fast trocken war. Dem Lavement war reichlicher 
Stuhl gefolgt. Pat. hatte etwas geschwitzt und gab nur unbe- 
deutenden Durst an. Am nächsten "Tage sass er, fast ganz her- 
gestellt, hinter dem Ofen. Er wollte nichts mehr vom Einneh- 
men wissen, auch fand sich dazu keine besondere Anzeige, und 
nach einigen Tagen ging er wieder seiner Arbeit nach. Nur die 
eine Mixtur reichte zu seiner Herstellung hin. [Med, Zeit. v. 
Vereine f. Heilk. in Preussen, 1834, Nr. 30.] 
18. Heilung der Lues inveterata durch Gold. 
Im städtischen Krankenhause zu Tilsit wurde ein 21jähriges Dienst- 
mädchen von Lues inveterata, nachdem verschiedene Mercurialia 
ohne Erfolg gegeben worden waren, durch salzsaures Gold nach 
CurzeTmn in 4 Wochen hergestellt. Im Ganzen waren 3% ET. 
dieses Mittels zur Heilung nöthig. [Miscellen preuss. Aerzte aus 
den Sanitätsberichten in Hufeland’s Journ. d. prakt. Heilk. 
1834. Sept.] 
19. Beobachtungen über die Wirkung der Wall- 
nussschalen; aus dem Tagebuche des Dr. Funke in Leipzig. 
— Wenn uns auch noch nicht genügende Beobachtungen über die 
wohlthätige Wirkung der Wallnussschalen in so manchen Krank- 
heiten vorlägen, so würden wir doch schon aus der chemischen 
Zusammensetzung dieses Mittels schliessen können, dass es nicht 
geringe Heilkräfte besitze. Beides beachtend, entschloss ich mich 
daher, die Wallnussschalen ia vorkommenden Fällen, wo sie 
überhaupt angezeigt zu seyn schienen, anzuwenden — und ein 
günstiger Erfolg krönte meine Versuche. — So gewiss es nun 
auch seyn mag, dass es für die Anwendung a Mittels gauz 
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