Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

MN. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 1403 
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zuwiderlaufend, nicht verstattet. — Werfen wir zum Schlusse noch 
einen Blick auf die Aetiologie der Krankheit im vorliegenden 
Falle, so, müssen wir zuvörderst, wie schon früher angedeutet 
wurde, in der in dem ganzen Habitus des Kranken deutlich aus- 
gesprochenen venös-atrabilären Constitution, einen für die Krank- 
heit besonders günstigen Boden erkennen, der durch mancherlei 
Umstände und Verhältnisse, namentlich Schicksale und Lebens- 
weise des Pat., gleichsam urbar gemacht, der Krankheit verstat- 
tete, Wurzel zu fassen und mächtig zu wuchern. Bei der ge- 
nannten individuellen Constitution ist bekanntlich eine vorwaltende 
Neigung zu Störungen der Verrichtungen aller Organe des Un- 
terleibes, mit dem Charakter excessiver Thätigkeit, vorhanden, 
wodurch besonders die Bildung von örtlichen. Congestivzuständen 
und Gefässstockungen sehr begünstigt wird. Der frühzeitig ein- 
getretene Hämorrhoidal- Audrang, der vielleicht eine wohlthätige 
ableitende Wirkung.in der Folge hätte entfalten können, war 
nicht gehörig zur Ausbildung gelangt; der ohnehin sparsame Blut- 
ahgang hatte bald gänzlich cessirt und wahrscheinlich trug auch 
diese Stockung mit zur nachmaligen Entwickelung des Diabetes 
bei. In dem frühzeitigen Heiratlıen nach der Volkssitte, dem 
reichlichen Genusse von Spirituosen, vielen scharfen Vegetabi- 
lien (Wurzeln, Knoblauch,) und von Fischen, nach der Gewohn- 
heit der in Polen, Gallizien, Russland lebenden Ieraeliten, in 
der unregelmässigen Lebensweise und den bedeutenden Strapazen, 
die bei den häufigen, weiten, beschwerlichen Reisen unvermeid- 
lich waren und bei schon vorgerücktem Alter in den lJetzten 
Jahren die ohnehin in der Abnahme begriffenen Körperkräfte 
noch mehr erschöpfen mussten, besonders seitdem unser Kran- 
ker in Folge ungünstiger Witterungsverhältnisse auf der Reise 
an heftigen Rheumatismen gelitten hatte, — endlich in den vie- 
len deprimirenden Gemüthsaffecten, denen er in den letzten Jah- 
ren ausgesetzt gewesen war, deren hemmende, schwächende, 
lähmende Wirkung auf. die Verrichtungen der Unterleibsorgane ja 
hinlänglich bekannt ist, — in allen diesen Umständen, scheint 
mir, müssen prädisponirende Momente für die Krankheit aner- 
kannt werden, die, je mehr sie anhaltend wirkten und je mehr 
sie den Organismus allmählich für die spätere Krankheit vorbe- 
reiteten, zuletzt selbst als Gelegenheitsursachen wirken und auf- 
treten konnten; denn von einer andern unmittelbaren, auffallen- 
den Gelegenheitsursache ist. uns wenigstens nichts bekannt gewor- 
den; auch bedarf es derselben zur Ausbildung des Diabetes wohl 
eben so wenig wie der meisten chronischen im vegetativen und 
reproductiven Systeme wurzelnden Krankheiten, da hier die Ent- 
faltung des abıormen Zustandes meist so ganz successive und. 
kaum wahrnehmbar vor sich zu gehen pflegt, — Ueber die Dauer 
der Krankheit lässt sich etwas Zuverlässiges nicht anzeben; wahr- 
scheinlich indess hatte sie schon längere Zeit, obwohl in gerin- 
gerem Grade, bestanden ,. und erst die letzte Reise bei höchst 
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