Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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VI. Staatsarzneikunde, 
361 
hafte Gefässerweiterung im Schädel zu heben ist, 2) Wo mög- 
lich nicht ohne Einwilligung des Patienten. 3) Ausser der Ge- 
fässerweiterung im Schädel sind alle Ursachen zu berücksichti- 
gen, welche das Blut zum Kopfe treiben; man muss diese Ur- 
sachen, die causae vesaniage remotae, entfernen. 4) Sind diese 
Ursachen tief organisch begründet, z. B. wäre ein sehr reizba- 
res, kräftiges und hypertrophisches Herz da, so ist es noch die 
Frage, ob die Unterbindung rathsam wäre. 5) Nach Anfällen 
von Apoplexie dürfte die Operation auch bedenklich seyn; je- 
doch ist zu beachten, dass, wenn die Unterbindung die heftige 
Tongestion des Blutes zum Kopfe aufhebt, das Blut mehr iu die 
andern Theile des Körpers dringt, — ein Umstand , der eben bei 
Wahnsinn mit Gefässerweiterung Nutzen bringt und selbst bei Nei- 
gung zu Apoplexie nützen kann. 6) Ist in Folge der heftigen Con- 
gestionen das Gehirn bereit, sich zu erweichen, oder gar schon 
erweicht; oder ist das Gehirn gar schon, wenn auch nur partiell, 
in dem Zustande zu grosser Consistenz und Härte: so ist die Un- 
terbindung unnütz und schädlich. 7%) Die Unterbindung ist zu 
unterlassen, wenn man vermuthen muss, dass von der innern 
Schädelfläche und in den Hirnhäuten bereits bedeutende Anoma- 
lien sich gebildet haben; denn keine Operation vermag diese zu- 
rückzubilden, und sie werden stets die Hirnbewegungen anomal 
erhalten. 8) Die Carotidenunterbindung wird also da am geltend- 
sten seyn, wo eine chronische, auf keine andere Weise zu hei- 
lende Erweiterung der Blutgefässe im Schädel als Ursache der 
Störung des Hirnlebens vorhandeu ist. Wo überwiegende Grösse 
der Kopf -Blutgefässe sich früh ausbildet, vielleicht von früh an 
permanent, der Mensch stets zu lebhaft, exaltirt ist und nun in 
der Pubertät die Exaltation völlig in Wahnsinn übergeht; wo die 
Anfälle immer vorübergehen, aber auch immer wiederkehren und 
wo unter solchen tollen Aufwallungen die Urtheilskraft nie ganz 
vernichtet ist, da würde obige Operation, obgleich jedes Mal als 
letztes Refugium, gewiss nützen. [v. Grüfe’s u. v. Walther's 
Journ, 1834, Bd. 21, Hft. 38.1 
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VII. STAATJANLNUIKUNDE. 
213. Abtreibung der Leibesfrucht durch leben- 
diges Quecksilber. Ein Gutachten der medicinischen Facul- 
tät zu Kiel. Das Justitiariat eines Gutes forderte, durch Schrei- 
ben vom 28, April 1834, die genannte Facnltät auf, in Bezie- 
hung auf ein von einer wegen Brandstiftung in Untersuchung be- 
findlichen Inculpatin eingestandenes merkwürdiges Verbrechen 
der Abtreibung ihrer eigenen Leibesfrucht , etwa in der 12. Woche 
der Schwangerschaft, durch eingenommenes lebendiges Quecksil- 
ber, jdessen Menge nicht ganz eine Gänsefederspule ausgefüllt 
hatte‘ und für 4 Sch. in einer Apotheke gekauft worden war, über
	        
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