Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 359 
Pat. schlief . darauf Nachmittags einige Stunden ganz ruhig und 
war beim Erwachen des vorher gegangenen Zustandes sich nicht 
bewusst.. Die Nacht zum 30. schlief Pat. sehr ruhig. Er erwachte 
erst Morgeus um % Uhr, fühlte sich heiter und gestärkt, doch 
nicht ganz frei von Schmerzen. Beim Verbande sah man, dass 
die Wunde stark geeitert hatte, auch war der Ausfluss aus dem 
Ohre etwas stärker, und aus dem Munde floss oft übelriechender 
Eiter. Als man die Wunde genau untersuchte, fand man, dasä 
übelriechender Eiter aus dem untern Ende der erweiterten Fis- 
sur floss und dass sich die Sonde durch dieselbe bis unter den 
Hirnschädel einführen liess, Unter wiederholtem Eintritt gleicher 
Erscheinungen erweiterte ‚sich die herunterlanfende Fissur bis 
zum 27%. April nach unten im Schläfenbein’durch Abstossen meh- 
rerer Knochensplitter so weit, dass die Sonde nach vorn, unten 
und hinten über 1 Zoll zwischen Dura mater und Mirnschädel 
eingeführt werden konnte. Die Trennung der Dura muter war 
so gross, dass man eine halbe Unze Flüssigkeit einspritzen konnte, 
um die Höhlung damit auszufüllen, wobei man in der Flüssigkeit 
sehr deutlich die Pulsationen des Gehirns sah. Pat. schmeckte 
auch bald die eingespritzte Flüssigkeit im Munde, und wenn er 
nieste, oder die Nase zuhielt und die Luft nach hinten presste, 
sprudelte sie aus der Fissur, doch gewiss durch Verbindung mit 
der Tuba KEustach. Die innere Fläche des Schläfenbeins war 
rauh, die Ränder ungleich, zackig und der Eiter roch wie bei 
Caries. Um den Eiter einzusaugen, führte man, nach Einspri- 
tzungen, Stückchen Schwamm zwischen Dura mater und Hirn- 
schädel, betupfte das stark wuchernde schwammige Fleisch der 
äussern Wunde mit Lap. infern. und legte, zur Verhinderung 
des schnellen Schliessens, oft Pressschwamm ein. Nach Einbrin- 
geu der Schwämmchen in die durch Trennung der Dura mater 
gebildete Höhle und passender innern und äussern Behandlung 
verminderte sich der KEiterausfluss, die Dura mater vereinigte 
sich völlig mit den Schädelkunochen, die äussere Wunde vernarbte, 
und Pat. wurde am 15. Aug. völlig geheilt entlassen. Als 
die Eiterung abnahm, legte man ein Vesicator auf den Proc, ma- 
stoid., und nach Entlassung des Kranken liess man ihm noch lange 
auf dem linken Arme eine Stelle in Eiterung erhalten, Der Ge- 
nesene blieb zuerst bei strengem diätetischem Verhalten und unter 
ärztlicher Aufsicht von‘ allem Dienste frei. Im Octbr. verichtete 
er den kleinen Dienst in der Caserne, Mitte Nov. exercirte er Re- 
eruten im Freien, und jetzt verrichtet er seit 10 Monaten jeden 
Dienst zu Fuss und zu Pferde mit Helm und Cürass ohne alle Be- 
schwerde, auch hat sich die auf dem linken Ohre zurückgebliebene 
Schwerhörigkeit bedeutend vermindert. — Im Verlaufe der Be- 
handlung wurden übrigens 10 Aderlässe, 246 Blutegel und 200 Gr. 
Kalomel in Anwendung gezogen. {Med, Zeit. v. Vereine f. Heilk. 
in Preussen 1t3d. Nr. 1.] ; 
71.
	        
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