Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

3121 1, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
den, nahm doch die Geschwulst an Härte und Umfang zu, Fie- 
ber und Abmagerung wurden immer bedeutender und der Kranke 
so hinfällig, dass bald der Tod zu fürchten stand. Da ver- 
schwand plötzlich und ohne bestimmte Ursache die Geschwulst 
und es stellte sich dagegen copiöser Schleimauswurf aus den 
Lungen mit Husten, Asthma und steter Zunahme der Febris lenta 
ein, wedurch die Voraussagung noch zweifelhafter wurde. Durch 
Digitalis, Polygala, Lich, island. und besonders durch Acid. 
phosph. ist indess Pat. wiederhergesteilt worden, nachdem er auf 
der Höhe des Brustteidens in 24 Stunden fast ein Quart aushu- 
stete. {Med. Zeit. vo. d. Vereine. f. Heilk. £n Pr., 1835, ' Nr. 6.} 
190. Tödtlich ablaufende Hautwassersucht; von 
Dr. Muygerstein in Echte. Ein 44jähriger grosser starker Bött- 
cher litt seit 9 Wochen an ungeheurer Anschwellung der Beine, 
des Scrotum und des Penis und hatte vergeblich Mehreres da- 
gegen gebraucht.. Zugleich fanden sich reissende Schmerzen in 
den Beinen, besonders im linken, was jedoch weniger geschwol- 
Jen war, vor, der Appetit war gut, die Zunge ‘ziemlich rein, der 
Stuhlgang gehörig, der Urin hell, ziemlich reichlich, die Haut 
aber trocken, dürr und, wie Pat. angab, nicht zum Schweisse zu 
bringen. Der: Puls war mässig häufig, von ursächlichen Momen- 
ten liessen sich nur wandernder Rheumatismus und früher Miss- 
brauch geistiger Getränke auffinden. Früher waren Fussschweisse 
zugegen gewesen und erst auf Unterdrückung derselben hatte sich 
der Rheumatismus eingestellt. Die Wiederherstellung der Fuss- 
schweisse hatten schon mehrere Aerzte vergeblich versucht, aüch 
war, ehe der Vf. gerufen worden war, schon geschröpft und: zur 
Ader gelassen worden. M. verordnete eine Mixtur mit Kampher 
und Lig. Mind. und Morgens und Abends einen Gran Kalomel; 
äusserlich liess er dabei trockne Reibungen mit Wolle: vorneh- 
men. Nach 8 Tagen wurden Beine und Serotum kleiner und die 
Schmerzen liessen etwas nach, weiter kam es jedoch nicht. Der 
Kamphermixtur wurde nun Brechweinstein und später Herbstzeit- 
losentinctur zugesetzt, worauf heftiges Erbrechen und Purgiren 
erfolgten und Geschwulst und Schmerzen etwas abnahmen. Nach- 
dem so 4 Wochen ohne dauernde Besserung‘ fortgefahren worden 
war, erhielt Pat, Digitalisaufguss mit essigsaurem Kali und ver- 
süsstem Salpetergeist und dabei Kalom. Morgens und Abends 
und Thee aus Ononiewurzel. Dabei wurden ‚jeden Morgen die 
HewmpeL’schen Dampfbäder mit brennendem Alkohol 14 Tage lang 
benutzt, doch Alles, ohne dass es zu Schweiss und Besserung 
kam. Jetzt liess der Vf., da der Rheumatismus in den Beinen 
zunahm, Terpentinöl mit Honig 14 Tage ohne ‘bedeutenden Er- 
folg nehmen. Da nun die Geschwulst, besonders des Scrotum 
und der Banchdecken, wieder stieg, machte M, nach DiıEerren- 
zAcH Einstiche mit einer Nadel in die Unterschenkel. Aus die- 
sen Oeffnungen floss das helle, salzige Wasser so stark aus, dass 
nach ungefähr 6 Tagen der Hodeusauck die natürliche Grösse
	        
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