Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

336 NM. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
leerung einer Quantität Jauche erholte er sich etwas und schluckte 
wieder Arznei und Wein, Empfindung und Bewusstseym kehr- 
ten nach und nach zurück und unter reichlicher Eiterung schritt 
nun die Genesung ununterbrochen fort, Die Vaceinepusteln am 
linken Arme verliefen wie gewöhnlich, nur war auch hier die 
Hautentzündung ungewöhnlich heftig. Bei den übrigen zugleich 
und mit Lymphe aus denselben Vaccine- Pusteln geimpften Re- 
eruten verliefen die Kuhpockert ohne besondere Zufälle, [|Med, 
Zeit. v. Vereine f. Heilk, in Preussen, 1835, Nr. 6:] 
184. Sonderbare Entfärbung der Haut nach Flech- 
ten; von Dr. SCHLESINGEB in Stettin. Ein Mann war nach be- 
deutender Erhitzung unter einem Baume eingeschlafen. Als er 
erwachte spürte er über ‘den ganzen Körper heftiges Jucken, und 
später bildete sich ein nur die rechte Hälfte des Körpers ein- 
nehmender Ausschlag. Der Beschreibung nach war es ein Her- 
pes furfuraceus. Später verschwand derselbe ohne weitere üble 
Folgen, nur blieb die ganze rechte Hälfte des Körpers 
weiss wie Papier. Die Demarcationslinie geht genau an der 
Linea alba entlang, und das Ansehen des Mannes ist dadurch ein 
ganz sonderbares. Uebrigens ist derselbe ganz gesund. Alle 
bisher dagegen angewendeten Mittel sind durchaus ohne Erfolg 
gewesen. [Casper’s Wochenschr. f. d. ges. Heilk., 1835, Nr. 6.] 
; 185. Tödtliches Nasenbluten; aus den Milit. Medie, 
Berichten mitgetheilt von L*, Ein Volontair in einer Jägerab- 
theilung, der, von Seiten der Mutter, zu einer Bluterfamilie ge- 
hörte, hatte schon früher mehrmals Tage lang bis zu gänzlicher 
Erschöpfung geblutet, da man immer erst, wenn es so weit gekom- 
men, die Blutung stillen konnte. Am 9. Mai 1833 kam derselbe, 
an Influenza leidend, ins Lazareth zu Nordhausen, wo sich sehr 
bald heftiges Nasenbluten einstellte, das, aller Mittel ungeachtet, 
immer nur auf kurze Zeit zu stillen war. Nachdem sich das Na- 
senbluten 29 Mal wiederholt hatte, trat endlich völlige Erschöpfung 
der Kräfte und Uebergang in nervöses Fieber ein und am 27. Mai 
starb der Kranke. [Med. Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Preussen, 
1835, Nr. 0.] 
188. Unwillkürliche Muskelbewegung; von Dr. 
MevErstein zu Echte. Im Dec. 1832 wurde M. zu einem 22jäh- 
rigen Dienstmädchen gerufen, welches schon seit 8 Tagen an un- 
willkürlicher Bewegung aller Muskeln litt, wogegen anfangs ein 
Aderlass gebraucht worden war. Das Uebel war immer heftiger 
geworden, Pat. konnte kein Glied still halten, Arme und Beine be- 
fanden sich in beständigem Hin- und Herschlagen, so dass schon 
Wunden an denselben entstanden waren, der Kopf wurde in Einem 
fort bewegt, eben so Zunge und Gesfchtsmuskeln, so dass das 
Mädchen zusammenhängend nicht 3 Worte herausbringen konnte, 
Diese Bewegungen hielten ununterbrochen Tag und Nacht an, Das 
Gesicht sah sehr leidend aus und die Farbe desselben war die ge- 
wöhnliche. Die Zunge konute nicht ausgestreckt und es konnte
	        
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