Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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11. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 325 
musste der Harn durch den Katheter weggenommen werden. Die 
Harnröhre blieb im hohen Grade empfindlich, so dass. die neue 
Application des Instrumentes mit grossen Schmerzen verbunden 
war... Der Harn zeigte sich mehr oder weniger rothgefärbt, blu- 
tig, und der Kranke klagte stets über schmerzhaltes Drängen 
im Mastdarme und nach der Blase zuz selbst der Abgang von 
Blähungen war immer mit Schmerzen in der Blase und im Mast- 
darme verbunden. Man legte nun einen dünnen elastischen Ka- 
theter, der mit einem Pfropf versehen war, ein, liess ihn 10 bis 
12 Tage liegen und durch Oeffnung des Pfropfes den Harn ei- 
nige Male des Tages entleeren. Nun besserte sich der Zustand, 
und der Harn wurde wieder normal. Durch den Gebrauch des 
Wildunger Brunnen ward die Herstellung vollendet. Die Ur- 
sache dieses Uebels war ein Hämorrhoidalzustand der Harnblase 
und des Mastdarmes bei vorhandener Plethora abdominalis. — 
Von einem hochbejahrten Vater, der an Asthma arthritic. und 
an fliessenden Hämorrhoiden sehr lange gelitten hatte, und von 
einer zwar viel jüngern, oder ebenfalls hämorrhoidalischen Mut- 
ter abstammend, hatte ein 25jähr., erst kürzlich verheiratheter 
Mann schon in seiner Kindheit an Scropheln gelitten, in seinem 
17 Jahre die fliessenden Hämorrhoiden bekommen und wegen der 
damit verbundenen Beschwerden mancherlei gebraucht. So auch 
den Brunnen zu Cudowa,, von dem er aber schon nach einigen 
Tagen wieder abstehen musste, da er nach jedesmaligem Genusse 
des Brunnens krampfhafte Schmerzen in der rechten Bauchseite, 
ikterische Gesichtsfarbe und starke Durchfälle mit sehr copiösem 
Blutabgange bekam. Auch die Bäder, ob sie gleich anfangs den 
Zustand zu verbessern schienen, erregten später kolikartige 
Schmerzen und Uebelbefinden, und Pat, verharrte mehrere Jahre 
in diesem Zustande. Seine Gesichtsfarbe war bleichsüchtig; seine 
Augen waren matt, von lividen Ringen umgeben; seine Lippen 
und Zunge bleich, die Haut sehr zart, wächsern, kühl; er klagte 
sehr über Frost, noch mehr über Mattigkeit, blutigen Durchfall 
u. 8. w. Vf. empfahl dem Kranken die grösste Ruhe und Passivi- 
tät, eine freundliche, trockene Wohnung nach der Sonnenseite, 
eine blande, nahrhafte Diät und ein Infus. theiforme aus Corl. 
adstring. Brasil. nebst einigen nicht erhitzenden bittern Zusätzen. 
Stärkende und blutreinigende Arzneien, Säuren und bei heftigern 
Anfällen von Durchfall und Blutabgang Opiate und kalte Kin- 
spritzungen in den Mastdarm, warme Bäder mit Malz, Kräutern, 
Salz, Branntweinspülig und salzesaurem Eisen abwechselnd, u. dgl. 
hatten den Kranken nach 10 Monaten etwas weiter gebracht; 
aber die periodischen copiösen Durchtälle und Blutabgänge, und 
der chlorotische‘ Zustand blieben unverändert. Wahrscheinlich 
hat die lange Krankheit bereits solche organische Metamorpho- 
sen in der Leber und in der Milz herbeigeführt, dass eine gründ- 
liche Rückbildung wohl ausser dem Bereiche der Kunst liegt. — 
Von dem Nachtheile differenter Mittel, welche der individuellep
	        
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