Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

Se 
V.‘ Gynäkologie und Pädiatrik. 
baren unvollkommnen Krisen führen bisweilen eine täuschende 
Besserung herbei; wenn nicht schon bei diesem ersten Angriff 
die Kranken durch Lähmung eines wichtigen. Organs, oder Er- 
schöpfung und allgemeiner Zersetzung, bei calor mordax, übel- 
riechenden Lochien, Blutflüssen, brandigen Geschwüren u. 8. W. 
in wenig Tagen sterben, so tritt bald mit zunehmendem Fieber 
eine neue, von der früheren verschiedene, Localaffection hervor, 
in den Geschlechisorganen, in den Lungen, dem Brust- oder Bauch- 
felle, im Zellgewebe der Kxtremitäten, in den Gelenken, den 
Speichel- ‚oder Brustdrüsen; mit auffallender Schwäche, kleinem, 
frequentem Pulse, Hemmung der Wochensecretionen, apathischer 
Stimmung, bei meist bis zur Agonie klarem Bewusstseyn; nur bei 
rascher Ausschwitzung in der Bauchhöhle drückt das entstellte 
Gesicht heftige Angst. und Schmerz aus;, Erbrechen, Durchfall, 
Decubitus , profuse Schweisse steigern die Erschöpfung; der un- 
auslöschliche Durst, trockne Lippen, die gleichsam braun lackirte, 
rissige Zunge, Gelbsucht ohne andere bemerkbare Affection der 
Leber als Schmerz beim Drucke in der rechten Weiche, deuten 
auf das tiefe, allgemeine Leiden. Selten wird auch dieser zweite 
Anfall überstanden, indem sich abermals scheinbare Krisen zei- 
gen, durch .Diarrhöen, Urinsedimente, Schweisse, Exantheme, 
Abscesse , Ulcerationen; Genesung erfolgt jedoch nicht, sondern 
es tritt nur eine neue Localaffection ein, und der Tod, den man 
Tage lang voraussieht, erfolgt num um so sicherer, unter unwill- 
kürlichen Ausleerungen, Tympanitis, kühlem klebrigem Schweisse, 
leichenartigem Geruche, beschwerlicher, röchelnder, ungleicher 
Respiration , bei klarem Bewusstseyn, oftmals ohne Todeskampf. 
Bisweilen durchliefen ‚die Kranken einen noch längeren Cyklus 
von” Anfällen: und starben erst‘ zu Ende des 3. Monats durch 
plötzliche Ausschwitzung in wichtigen Organen oder Erschöpfung 
bei hektischem Fieber. : Meist genasen nur die wenigen, bei de: 
nen sich unter Rückkehr der normalen Geschlechtsfunction, im 
Zeilgewebe der Extremitäten eine Menge gelblicher, eiterartiger 
Flüssigkeit abgesetzt hatte. Die Gesichtszüge der eigenthüm- 
lich, fast wie saure Milch :riechenden Leichen sind meist nicht 
verzerrt, sondern haben nur den Ausdruck sorgloser Apathie; 
die Hautfarbe ist meist grauweiss oder graugelb, . bisweilen auf- 
fallend weiss oder gelb bis gur stärksten ikterischen Färbung; 
die von Decubitus und tiefen Ulcerationen ergriffenen Genitalien 
und die Unterschenkel sind oft ödematös oder mit gallertartiger 
Lymphe infiltrirtz' meist ist die Leiche äusserlich anscheinend 
noch frisch, während die innern Organe schon 12 bis 18 Stun- 
den nach dem "Tode von Fäulnies ergriffen erscheinen; in den 
meisten Fällen findet sich an der innern Fläche des Cranii in 
der Gegend ‚des Stirn- und Seitenwandbeins. um die Arterienver- 
zweigungen der dur: mat-, eine oft deutlich von der lamina vi- 
£frea abtrennbare, lockere, von. vielen Gefässen röthlich gefärbte 
Kaochenschicht von +15 Linien bis‘ zur Dicke eines Messerrückens
	        
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