Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
Blindheit. {Med. Zeitung v. d. Vereine f. Heilkunde in Preussen, 
1835, Nr. $.] 
170. Epiphora intermittens; aus den Milit. Medie. 
Berichten‘ mitgetheilt von L*. Bei einem Husaren stellte sich 
5 Tage nach einander, um 10, 8, 6, 4 und 2 Uhr Morgens, also 
anticipirend, mehrere Stunden andauernder copiöser T’hränenfluss 
aus dem rechten Auge ein, wobei leichter Schauer und pene- 
tranter halbseitiger Kopfschmerz ‚vorausging und anhielt, Die 
Pupille war anfangs erweitert und unbeweglich und das Sehver- 
mögen getrübt, aber nicht aufgehoben. Nachmittags war das 
Befinden gut. Darch”ein Brechmittel vor dem 6. Aufalle wurde 
der Quotidiantypus des Uebels in Tertiantypus verwandelt und 
nach 2 leichten derartigen Anfällen verlor sich das Ucbel, bei 
Anwendung der China, ganz. [Med. Zeit. v. d. Vereine f. Heilk. 
in Preussen, 1885, Nr. 6.] 
V, GYNÄKOLOGIE und PÄDIATRIK. 
171. Folgen eines Aergers bei einer Stillenden; 
von Dr. ScHLE:sınGER in Stettin. Eine Fischerin gebar ein mun- 
teres Kind, das bis zum halben Jahre kräftig gedieh, sehen, hö- 
ren ünd wie andere Kinder schreien konnte. * Da ärgerte sich 
die Frau heftig und seitdem ist das Kind stumm, an allen 
Extremitäten gelähmt, blind und taub. Verschiedene 
Aerzte behandelten das Kind erfolglos und auch S, hat irgend eine 
Veränderung dieses Zustandes nicht hervorbringen können. Das 
Kind ist jetzt ein Jahr alt und saugt, wenn es an die Brust gelegt 
wird, ohne je zu schreien , oder Hunger und andere Bedürfnisse zu 
verrathen.. Im Gesichte ist es ziemlich genährt, aber die Extremi- 
täten trocknen ab. ‘ [Casper'’s Wochenschrift f. d. ges. Heilkunde, 
1835, Nr. 6.] ' 
‘172. Mania puerperarum; von Dr. ScHLESINGER {In 
Stettin. 'S. entband eine Frau mittelst Zange. Mutter und Kind 
waren bis zum 5 Tage gesund und Lochien und Milchsecretion nur- 
mal. Auf ein Mal ärgerte sich die Wöchnerin und plötzlich waren 
alle Secretionen unterdrückt, die Frau‘ bekam heftiges Fieber und 
da sie einige Augenblicke allein war, nahm sie ‘das Kind aus der 
Wiege, zog es schnell aus und eine eintretende Verwandte fand sie 
in den ’heftigsten Rasereien und das nackte Kind unter ihren 
Schenkeln. Nur mit Anstrengung konnte sie ihr letzteres entreis- 
sen. ©. fand alle Zeichen einer heftigen Encephalitis. Das Kind 
war ganz blau, hatte starke: Eindrücke am Halse und schnappte 
nach Luft. Nach einigen Stunden starb das Kind, die Fran aber 
stellten Aderlässe, Brechmittel, Kalomel etc. sehr bald her, doch 
konnte &ie sich weder des heftigen Aergernisses , noch sonst Etwas 
erinnern. Fälle der Art sind nicht neu, können aber hinsichtlich
	        
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