Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

266 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
derselben Beschaffenheit wie der rechten. In ihrer Spitze fanden 
sich 3 bis 4 ziemlich beträchtliche‘ Eiterhöhlen und in dem Um- 
fange eine sehr grosse Anzahl kleiner erweichter Tuberkeln. Wie 
dort, so war auch hier das Lungengewebe überall der Luft un- 
zugänglich, und liess sich zu Brei drücken. Weich, obgleich cre- 
pitirend, war auch der grösste Theil des untern Lappens und 
enthielt viel röthliches Serum. Die Häute des Duodenum’s zu- 
mal die Muskelhaut, waren verdickt, die Schleimhaut aufgewul- 
stet und ihre Gefässe mit Blut gefüllt. 14 Fuss unter dem Duo- 
denum fand man im Dünudarm zuerst ein rundliches Geschwür, 
wie 4 Silbergroschen gross, mit; rother Basis und wulstigem Rande. 
Von hier bis zum Coecum stellten sich dem Auge an der innern 
Fläche des Heum 'eine grosse Menge, bis über 4 Zoll im Durch- 
messer habender Geschwüre dar, die theils rund, theils oval 
waren und deren Rand die wulstig aufgeworfene und geröthete 
Schleimmembran, ihren röthlichen Grund die blossgelegte Mus- 
kelhaut oder die halbzerstörte Schleimhaut bildete. Die Parer’- 
schen Drüsen waren an einzelnen Stellen geröthet uud stark her- 
vorspringend. Mit diesen Geschwüren contrastirte die gleich- 
mässige blasse Farbe des obern Dritttheils des Dünndarmes; die 
beiden untern Dritttheile aber waren geröthet, und die Schleim- 
membran war hier auch zwischen den Geschwüren aufgewuistet 
und verdickt, Die Schleimhaut des Coecum war von den gedrängt 
an einander liegenden Geschwüren fast gänzlich zerstört, und 
letztere sahen hier wie angenagt aus und enthielten mitunter 
Hanfkorn grosse Tuberkei. Kin erbsengrosser Tuberkel Jag da- 
selbst auch unter der unversehrten Schleimhaut; Die Gallenblase 
enthielt viel flüssige Galle. Die Schleimhaut der Harnblase war 
verdickt und ihre Gefässe blutreich. Sonst fand sich nichts Be- 
merkenswerthes in der Leiche und die Badecur war hier offen- 
bar unpassend und die Reise verderblich. [Horn’s Archiv 1834, 
Juli, Aug.). 
142. Zungenlähmung, von organischem Hirnlei- 
den; aus den Militair- Medic.- Berichten mitgetheilt von L*. Ein 
Musketier wurde plötzlich, nachdem er erst einige Stunden über 
Unwohlseyn und Kopfschmerz geklagt, von Zungenlähmung er- 
griffen, zu der augenblicklich Hinfälligkeit des ganzen Körpers 
kam. Stark belegte Zunge und sonst deutlich ausgesprochener 
Gastricismus indieirten mehrere Brechmittel, die aber nicht das 
Geringste änderten. Auch warme Bäder, kalte UVebergiessungen, 
Blutegel an den Kopf, Hautreize und gelind excitirende inner- 
liche Mittel blieben ohne Erfolg und die Krankheit steigerte sich 
immer höher, wobei die Zunge viel kleiner, aber härter und fast 
ganz bewegungslos wurde. Der gleich anfangs schr schnelle, 
aber aller Energie beraubte Puls blieb sich immer gleich, die 
Hauttemperatur war wenig erhöht, das Gesicht eingefallen, ganz 
ohne Ausdruck, bleich, mehr kühl, als warm und sehr heftige 
Delirien verliessen den Kranken nicht. Man wendete endlich auf
	        
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