Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

261 MM. Pathologie, Therapie und mediclnische Klinik. 
Husten, zunehmender Beklemmung, sehr häufigem, schnellem, 
ungleichmässigem, aussetzendem Pulse, Hitze, Durst und dickem 
Harne verbunden. Die rechte Lunge hatte sich entzündet und 
im Cavum thoracis hatte sich Wasser angesammelt. Nach dem 
Tode dieses Menschen fand sich in der Brusthöhle so viel gelb- 
liches Serum, dass man die Quantität ‚wohl ein Quart schätzte. 
Die Lungen adhärirten mittelst leicht zerreissbarer Pseudomem- 
branen mit der Costalpleura, an der Spitze aber schienen die 
Adhäsionen ältern Ursprungs zu seyn. Die Lungenspitzen zeig- 
ten auf ihrer Durchschnittfläche eine schwärzliche Färbung und 
enthielten mehrere steinharte Körperchen von rundlicher oder 
eckiger Gestalt, von der Grösse eines Hanfkorns bis zu der ei- 
ner Erbse, und von kreidiger Beschaffenheit. Ein grosser Theil 
des untern Lappens beider Lungen, besonders aber der rechten 
war so fest, wie man nur bei der stärksten Hepatisation antrifft, 
Die Farbe desselben war dunkelroth und an vielen Stellen einem 
Coagulum von venösem Blute ganz ähnlich. Diese Veränderung 
des Gewebes war wie durch eine Demarcationslinie von der dar- 
überliegenden gesunden Lungensubstanz geschieden. Im Herz- 
beutel waren etwa zwei Tassen voll röthlichen Serums; das Herz 
stark vergrössert, der rechte Vorhof erweitert, seine Wandungen 
waren dünn und schlaff. Ein Aehnliches, jedoch in verminder- 
tem Grade, zeigte die rechte Herzkammer; im rechten Vorhofe 
ein sehr beträchtliches Blutcoagulum, welches sehr fest und we- 
gen seiner fibrösen Textur ältern. Datums war. Die Wandungen 
des linken Ventrikels zeigten sich sehr verdickt, an manchen 
Stellen } Zoll im Durchmesser haltend; die-Leber mit. Blute 
überfüllt, die Gallenblase sehr klein und mit. wenig rothgelber 
und dünner Galle gefüllt; die Milz vergrössert und so. weich, 
dass sie unter dem leisesten Drucke zerfloss. — Eine 14jährige 
Jungfrau hatte mit ihren Eltern im verwichenen Sommer ein 
Seebad besucht, bekam darauf eine Armflechte, welche nach 14 
Tagen von selbst verschwand. Nach einer wahrscheinlichen Er- 
hitzung bekam das Mädchen Herzpochen, Beklemmung, Hüsteln, 
häufiges, schnelles und kurzes Athmen, das bei geringer Bewe- 
gung sehr zunahm. Ende Septembers musste Pat. das Bett hü- 
ten, und die Respirationsbeschwerden, verbunden mit Angst, Un- 
ruhe und Herzklopfen, nahmen überhand. Nach 9tägigem Lager 
und 4wöchentlicher Dauer der Krankheit fand Vf, den Zustand 
der Kranken bedenklich: sie litt, bei fast horizontaler Lage, nicht 
übermässig warmer Haut, klarem Blicke und wenig gefärbtem 
Harne, an grosser Angst und Unruhe, zumal bei den Abendexa- 
cerbationen, hatte stets trockenes Hüsteln, heftiges Herzklopfen, 
einen Puls von 160 Schlägen, und einen nicht hörbaren, aber 
Kusserst beschleunigten Athem. Aderlasse, Blutegel, Kalomel, 
Digital. purp., kühlende Getränke und ruhige Betilage blieben 
ohne Erfolg und nach 5wöchentlicher Dauer endete die Krank- 
heit mit dem Tode. Section: die Lungen nicht collabirt: im
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.