Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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1, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 259 
ähnliches Aftergebilde, von fester, elastischer Textur, inwendig 
hohl mit verhältnissmässig dicken Wänden. und durch Zeilgewebe 
mit den benachbarten Theilen, namentlich mit dem Kopfnicker 
fest zusammenhängend; dieser etwa 1” lange und 4” breite blinde 
Schlauch sah von aussen röthlich aus, seine Wandungen waren 
eben so glänzend weiss, wie die innere Haut der Harnblase, und 
man konnte an ihm ebenfalls einen Hals, Körper und Grund un- 
terscheiden; übrigens hing er genau mit dem unter dem Brust- 
beine hinlaufenden Canale zusammen. Um diese Communication 
aufzuheben, unterband K, die Uebergangsstelle des Halses der 
Pseudo- Harnblase in jenen Canal und suchte nun diese letztere 
selbst durch Eiterung zu zerstören, was auch nachmals vollkom- 
men gelang. Unmittelbar nach der Operation, bei der der Blut- 
verlust höchstens 2 Esslöffel voll betragen haben mochte, nahm 
das Kind die Brust, schlief dann ruhig und liess nach dem Er- 
wachen zum ersten Male den Urin durch ‚die Harnröhre. Das 
Kind befand sich ganz wohl; die Ligaturen lösten sich am 9. 
Tage, nach und nach war das Aftergebilde verzehrt, nach 4 Wo- 
chen war die Wunde vollkommen vernarbt, und der jetzt 4} Jahre 
site, kräftige, gesunde Knabe hat seitdem nie an Urinbeschwer- 
den gelitten. — K, leitet diese merkwürdige Missbildung von 
einem Stehenbleiben des Organismus auf einer früheren Bildungs- 
stufe her (Hemmungsbildung) ; er glaubt; dass die Allantois (wel- 
che er, der Analogie mit den Thieren zufolge und nach den 
Beobachtungen ausgezeichneter. Anatomen und Physiologen an 
menschlichen gimryonen aus der frühesten Epoche des Frucht- 
lebens, auch bei dem menschlichen Embryo anzunehmen sich ge. 
nöthigt sieht) mit ihrem Urachus bei Schliessung der Bauchhöhle 
ausserhalb derselben geblieben und so genöthigt worden sey, auf- 
wärts zu steigen; der Urachus habe nun seine Verrichtung aus 
einer frühern Zeit, als den Harn aus der wirklichen Harnblase 
zuführendes Gefäss, während der übrigen Zeit des Embryolebena 
und selbst nach der Geburt noch fortgesetzt und die Aillantois sich 
sogar nach künstlicher Entleerung stets wieder gefüllt, bis endlich 
nach Unterbindung des Urachus: die eigentliche bis dahin unthä- 
thige Harnblase und Harnröhre in ihre völligen Rechte eintraten, 
[v. Sıebold’s Journ, etc. 14%. Bds. 2. Stck, 1835.) 
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IL PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
141. Uebersicht: der in den Monaten October, 
November und December 1883 von Hozn beobachte- 
ten wichtigern Krankheitsformen. (Fortsetzung. S. Sum- 
mar. 1835. Bd. X. Hft. 4. No. 108.) Um-seine grauen Haare zu 
schwärzen, hatte sich ein Mann seit einem Jahre einer ausläu- 
dischen Pomade bedient und bekam Son Jbcken mn der Stirn,
	        
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