Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

Sı 
des Neuesten und Wissenswürdigsten 
aus der 
yesammten Medicin 
zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte. 
1. März 1835, 
NM 5. 
J. PATHOLOGISCHE ANATOMIE, _ 
139. Beschreibung einer merkwürdigen Misege- 
burt; vom O0. A. Arzte Dr. ArnoLd in Balingen, Dieselbe wurde 
am 24. Mai v. J. von einer unverheiratheten, 26jährigen Erst- 
gebärenden im Amtsorte Geisslingen todt geboren. Die Schwan- 
gerschaft war normal und dauerte 40 Wochen. Das Kind war 
völlig reif und nach Allem erst unter der Geburt gestorben. Es 
wog 1; Pfd, 2 Lth. und war vom Scheitel bis an den Steiss 
30 Zoll lang. Kopf und Rumpf waren normal, die Extremitä- 
ten aber mangelten zum Theil, oder waren ganz unvollständig 
vorhanden, zum Theil nur angezeigt. Das Kind war ein Knabe, 
hatte gehörig festen Knochenbau, geregelte Gesichtsbildung, kurz 
an Kopf und Rumpf den Bau eines wohlausgebildeten und gut 
genährten Kindes. Die Rudimente der Armknochen waren im 
Gelenke des Schulterblattes beweglich und hatten Köpfe, Der 
linke Armknochen war 1 Zoll weniger 1} Linien lang und vorn 
schief zugespitzt, der rechte aber 2 Zoll weniger 2 Linien lang, 
auch zugespitzt, doch nicht so scharf wie der linke ‚und auch 
nicht schief. Auf der rechten Seite fand sich keine Spur von 
unterer Extremität. Die Stelle war jedoch bezeichnet: man sah 
nämlich ein linsengrosses Grübchen, durch welches man eine Ge- 
lenkpfanne im Becken zu fühlen glaubte. Links fand sich das 
Rudiment einer Extremität, das aus 3 Theilen zu bestehen and 
Ober-, Unterschenkel und Fuss anzudeuten schien. An Letzterem 
fanden sich 3 unter einander verwachsene Zehen mit Nägeln und 
zwar die grosse, die vierte und fünfte. Das Rudiment dieser 
linken untern Extremität war 4 Zoll, die erste Zehe 2 und die 
übrigen 1 Linie lang. A. hat diese Missgeburt dem Naturalien- 
cabinet in Tübingen geschenkt. [Med. Correspondenzblatt des 
württemb. ärztl. Vereins, Bd. IV, Nr. 16.] 
140. Seltener Fall von Missbildung der Harnwege 
bei einem neugeborenen Knäbchen; von Dr. KöHnav, 
prakt. Arzte und Geburtshelfer zu Sangerhausen, Am 1. Juli 
1829 sah K. an dem Halse eines vor 3 Tagen von einer gesun- 
Summarium d. Medicin. 1835. X. 17
	        
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