Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

{IL Materia medica und Toxikologie. 223 
zen für um ’so dringender hielt, als alle früheren Mittel dagegen 
nichts genützt hatten, führten ‚keinen Rückfall herbei; sondern 
bewiesen sich vielmehr eben so beilkräftig gegen die allgemeinen 
Nervenaffectionen, als wahrhaft stählend für den Larynx, Um 
sicher zu gehen, nahm Pat. noch während der kalten Seebäder 
eine Woche um die andere täglich 6 Gr. Lactucarium, 2) Bei 
einem Italiener, den "I. am sogenannten Typhus mitior behan- 
delte, konnte er die peinigende Schlaflosigkeit durch Lactuca- 
rium, welches er Abends um 9 Uhr zu 2 Gr. p. d. nehmen liess, 
nicht beseitigen. Es zeigten sich im Gegentheile folgende nicht 
bezweckte und nicht erwünschte Symptome: ‚grosse Mattigkeit, 
Unbeweglichkeit, allgemeine Abspannung, Schmerzen in den Glie- 
dern, verstörtes, bleiches Ansehen, kurzer und schwerer Athem, 
Durchfall, Zittern der Hände, Schwindel, Straucheln bei Ver- 
suchen zu gehen, Uebelkeit, weiss belegte Zunge und vergebli- 
che Neigung‘ zum Brechen und Schlafe. Es waren dies Zufälle, 
wie sie RorHaAmeL zum Theil wahrnahm, doch erst auf 10 bis 
15 Gr. vom Pariser Lactucarium, während sie hier schon auf 
2 Gr. vom L. anglicanum eintraten. KEssigäther und Rheinwein 
hoben diese Symptome schon nach 24 Stunden und ein Pulver 
aus Kali nitric., Kal. sulph., Rad. Ipec., und Opium pur. mit 
Chamillenthee bewirkte, was Lactucarium nicht vermochte: sanf- 
ten, erquickenden Schlaf. — 3) Eine Wöchnerin litt an perio- 
disch ausbrechendem und wieder verschwindendem Friesel, wo- 
bei sie sich, wenn das Exanthem die Haut verliess, von innerer 
Angst und Oppression der Brust ergriffen, hiervon aber’sehr, 
wenn auch nicht ganz, befreit fühlte, wenn der Friesel wieder 
sichtbar wurde, Nachdem der Vrf. der fehlenden Leibesöffnung 
wegen ein Klystier hatte geben lassen, verordnete er, da der 
Puls frequent, schnell und klein, der Urin blassgelb, auch sonst 
keine Gegenanzeige vorhanden war, in der Meinung, dass der 
Friesel, wegen Mangel an Erregbarkeit im Hautgefäss- und Ner- 
vensysteme, von der äusseren Haut nicht festgehalten werden 
and daher nicht gehörig kritisch ausgeschieden werden könne, 
and Hautnerven- und Hautgefässe daher thätiger gemacht werden 
müssten, Chamillenwasser mit Kampher und Althäasyrup, doch 
ohne Nutzen. Eben so wenig nützte Inf. Valer. mit Ammon, 
muriat, depur., Liq. ammon. acet., Tinct. opä simpl. und Surc, 
Liquir., im Gegetheile nahmen innere Angst ‚und Oppression der 
Brust nicht nur bedeutend zu, sondern es fanden sich auch con- 
sensuell Affectionen des Sensoriums, namentlich Delirien, ein. 
Unter diesen Umständen nahm T. spastischen Zustand im ge- 
sammten peripherischen Nervensysteme als ‚Ursache der nicht 
gehörig vor sich gehenden Ausscheidung des Frieselstoffes und 
gab daher, um diesen Zustand zu beseitigen, eine Saturation von 
Kali carb. mit Succ. Citri, der 8 Unzen‘ Ag. Chamom., 8 Gr. 
Laetucar. anglican. und 1 Unze Syr, Althaeae: zugesetzt wur- 
den. Hiervon nahm Pat. alle 2 Stunden einen Ksslöffel. Ne-
	        
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