Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

202 Il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
wunden zu werden. Kin ähnliches Schicksal verfolgte Pat. im 
Liegen; die meiste Ruhe hatte ‚er im langsamen Herumgehen. 
Zuweilen bildete sich in dem sonst weichen Leibe plötzlich an 
einer Stelle eine grosse elastische Geschwulst, die als Luftan- 
häufung in einem durch Krampf verschlossenen Darmtheile er- 
kannt wurde. An der Unterbauchsgegend fühlte man die Aorta 
durchpulsiren. An dieser Stelle, wie auch an der Kreuzbeinge- 
gend erregte der Druck Schmerzen. Das Herz schlug meistens 
stark und weit und breit fühlbar; der Puls voll, hart, breit und 
häufig. Auch das Aufstossen war krampfhaft, in einen unwill- 
kührlichen, gellenden Schrei ausartend und mit blitzartigem, ge- 
waltigem Ziehen und Reissen durch alle Eingeweide verbunden, 
Der Stuhlgang, er mochte flüssig oder consistent seyn, ward stets 
durch ein Hinderniss aufgehalten und erfolgte endlich in ganz 
kurzen, heftigen, mehrmals wiederholten Stössen in geringer 
Quantität, in dünner, platter und zugespitzter Form, und ver- 
schiedentlich gefärbt. Auch die Blähungen gingen mit grossen 
Schwierigkeiten ab. Ohne Mittel erfolgte kein Stuhlgang und 
nie ohne Steigerung der Zufälle; oft war dem Pat., als ob der 
Mastdarm hereingezogen würde. Der Harn ward zuweilen ver- 
halten, ging meistens in doppelten und gedrehten Strahlen ab 
und enthielt Gries, selbst Steinchen. Pat. isst mit Appetit und 
nach dem Essen, zumal nach Milchsuppen, kurz vor Schlafen- 
gehen genossen, empfindet er Wohlbehagen und Ruhe. Laut ei- 
nem gehaltenen Consil. medic, sollte, ausser dem nervösen Be- 
standtheile der Krankheit, insbesondere deren materielle Seite 
berücksichtigt und auf eine qualitative Veränderung der Säftmasse, 
so wie der organischen Beschaffenheit der leidenden Abduminal- 
organe Bedacht genommen werden, Demnach schlug man vor, 
eine Milchcur mehrere Monate streng durchzuführen und dabei 
nur mehlige Speisen, Reiss, Sago, Salep, Gries, Kartoffeln, 
Weizenbrot und Milch zu geniessen und alles Uebrige streng zu 
vermeiden. Durch eine blutreinigende Kräutercur (nach der Ana- 
logie der Zırrmann’schen Cur) sollten die ausleerenden Organe 
in fortgesetzter Thätigkeit erhalten werden. Als Unterstützungs- 
mittel und um die Thätigkeit der Nerven und des Nervensystems 
und Hautorgans zu reguliren und zu kräftigen, wurden warme 
See- und Moorbäder, und ätherische Einreibungen in den Leib 
und Rücken, und zur Beförderung der Darmausleerungen Ol. 
Croton. , Fel, Taur, rec. und Tinct. Colocynthid. vorgeschlagen. 
[Horn’s Archiv. 1834, Juli, Aug.) 
109. Unmittelbarer Uebergang einer Meningitis 
acuta in eine Febris intermittens larvata; von Dr. 
EuLENBURG in Wriezen a. d. O. In der Nacht zum 10. Jul. 1833 
wurde E. gegen 1 Uhr zu einem 12jährigen Mädchen gerufen, 
das Abends vorher, nachdem sie noch am Tage beschäftigt ge- 
wesen und sich völlig wohl befunden hatte, plötzlich erkrankt 
war. Hoher Sopor, aus dem Pat. nur durch wiederholtes lautes
	        
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