Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

116 V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
bis zum 15. Juni war der kleinere Knoten völlig verschwunden 
und vernarbt, der grössere um 3% verkleinert; D. liess von den 
vorerwähnten Tropfen, denen noch Tinct. ferri pomat. zugesezt 
wurde, 3 Mal täglich 70 Tropfen nehmen; 4 Stunde nach je- 
desmaligem Aetzen des Gewächses wurde dessen Oberfläche mit 
Ag. caerulea Pharm. Hannov, stark befeuchtet; 3 Wochen spä- 
‚er war die Heilung vollständig, die Menstruation fand sich wie- 
der ein und bei dem Gebrauche eines Liquor aus Decoct. H6. 
Absinth., Medull. oss., Sapo hispan. und Spirit. frument., zum Wa: 
schen der afficirt gewesenen Stelle, wuchsen sogar die Haare in 
der vorigen Fülle wieder. — [v. Siebold’s Journ. etc., 14. Bas. 
2. St., 1833.) 
66. Krankheiten der Gebärmutter; aus einem Auf- 
satze des Prof. Dr. DırerrFensacH: Einige Bemerkungen aus und 
über Paris. — MNirgends bieten sich so viele Gelegenheiten dar, 
die Krankheiten des Uterus zu studiren, als in Paris, RecAamıer 
und LısrrRanc haben diese schrecklichen Uebel gründlicher, als 
bisher geschehen war, erforscht und sich alle Mühe gegeben; 
dieselben beim Entstehen und bei der ersten Entwickelung zu 
beobachten. Gewöhnlich untersuchte man Frauen nur durch das 
Gefühl, wenn sehr ernste Symptome auf Gebärmutterkrebs deu- 
teten, und war derselbe ausgebrochen, so beschränkte man sich 
meist auf palliatives Verfahren, da die Erfahrung alle Mittel als 
unwirksam gezeigt hatte. Untersucht man aber Kranke, die oft 
gar nicht über Leiden der Geschlechtstheile klagen, sorgfältig, 
so erkennt man häufig das Uebel im ersten Entstehen als ober- 
fläächliche Excoriation, Geschwüre, chronische Entzündung, Ver- 
dickung, Auflockerung und Entartung eines Theils oder des gan- 
zen Gebärmutterhalses. Sehr oft finden sich Chanker am Ge- 
bärmuttermunde und Condylome auf der Oberfläche oder in den 
Schleimbeuteln verborgen, wie Fricke dargethan hat. — Die 
Sorgfalt, mit der LısrrRanc die Kranken mittelst seines Specu- 
lums untersucht, kann D. nicht genug rühmen. Wie bekannt be- 
steht dies Instrument aus einem ans 2 Längenhälften zusammen- 
gesetzten metallenen Cylinder. Die Handhaben bilden 2 Griffe, 
Ist der engere Theil des Cylinders durch halbrotirende Bewe- 
gung hinlänglich tief in die Scheide gebracht, so drückt man die 
Griffe zusammen und entfernt dadurch die unteren Hälften des 
Cylinders beträchtlich von einander, worauf man den ganzen Theil 
des Uterus vor Augen hat. Dann reinigt man denselben voll- 
kommen durch einen mit einem langen Charpiepinsel versehenen 
Stabe, untersucht noch die Natur des Uebels näher und trägt 
mittelst eines andern Charpiepinsels das Mittel auf, In einem 
Vormittage untersuchte Lisrranc mit D. durch das Speculum ei- 
nige 30 Kranke, unter denen sich die leichtesten und die schwer- 
sten Fälle fanden. Bei Mehreren war nur die Farbe des Schleim- 
hautüberzuges um das Orificium leicht verändert und die Haut 
hatte nicht ihren natürlichen Glanz und glich matt geschliffenem
	        
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