Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

ij. Pathologische Anatomie. 
Wochen traten die frühern Leiden, wenn auch viel gelinder, wie- 
der ein. K, fand den Uterus zo geschlossen, wie vorher, auch 
einen Theil des gespaltenen Hymens wieder gebeilt und die 
Scheide verengend. Wiederholte Perforation hatte den nämli- 
chen Erfolg. Nachdem der Blntfluss aufgehört, brachte man, 
um nochmaliges Verwachsen der Uterinalöffnung zu verhindern, 
Bourdonnets mit Bleisalbe in dieselbe und erhielt durch hohlen 
Charpiecylinder die Scheide erweitert. Binnen 2 Tagen traten 
jedoch hierauf Symptome ein, die Metritis fürchten lessen, so 
dass man von diesem Verfahren abstehen musste. Als dies ge- 
schehen, ging es auch sogleich wieder besser. K. rieth nun zum 
häufigen Coitus, der jetzt auch der Frau viel mehr Genuss, als 
früher, brachte und nicht mehr schmerzhaft war. Zugleich ver- 
ordnete er erweichende Einspritzungen und Dampfbäder in die 
Scheide und Kinreibungen von Jodinesalbe in den Unterleib. Den- 
noch traten nach 3 Wochen die frühern Erscheinungen‘ wieder 
ein und nichts konnte die Periode hervorrufen. Es fand sich 
nämlich wieder das frühere mechanische Hinderniss vor. Dauernde 
Entfernung des letztern schien nun zur völligen Heilung das Si- 
cherste und die neuesten höchst günstigen Resultate der Ampu- 
tation des Vaginaltheils vom Uterus liessen auch hoffen, dass 
Pat. nach derselben den sehnlichsten Wunsch, Mutter zu wer- 
den, würde ausgehen sehen. 2 Tage vor der bisher immer re- 
gelmässigen Eintrittsperiode der Menstruation unternahm also der 
Vrf. diese Operation nach Lısrranc’s Methode. Der Schnitt ging 
durch den Mutterhals dicht unter dem Scheidengewölbe. Alles 
ging leicht und rasch vor sich. Pat. litt nicht viel dabei, und 
die Blutung war nicht beträchtlich. Mit mässig-dickem Katheter 
konnte man jetzt bequem in die Gebärmutterhöhle eingehen. Die 
Folgen der Verwundung des Uterus waren so gering, dass Nach- 
behandlung fast gar nicht nöthig wurde. Auf Einspritzungen in 
die Scheide von Malven-, Bilsenkraut- und Chamomillen - Absud 
mit etwas Opiumtinctur trat ohne sonderliche Beschwerde nach 
2 Tagen die Menstruation und zwar ziemlich reichlich ein und 
währte ö Tage. Die erwähnten Einspritzungen ‘wurden noch 8 
Tage nach derselben gemacht und dann mittelst Mutterspiegels 
eine Untersuchung vorgenommen. Bei derselben fand sich die 
Schnittfläche geheilt, zugerundet, glatt, noch etwas geröthet, 
doch bei Berührung nicht schmerzhaft. Seit 3 Jahren ist nun 
die Frau völlig gesund, so wie regelmässig und ziemlich reich- 
lich menstruirt. Sie leidet dabei sehr wenig, doch ist sie, wenn 
auch Alles dazu günstig war, noch nicht schwanger geworden. 
[Hufeland’s Journ. d. prakt. Heilk. , 1834, Sept.]
	        
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