Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

110 
IV. . Chirorgie und Ophthalmologie. 
ron, WeIrnnoLD, Sıymons, Wesener u. A, aufmerksam. Die Zir- 
kelpflasterstreifen lässt der Verf. völlig mit dem Pflaster bestrei- 
chen, da es mild ist und da sich so die Zirkelpflasterstreifen 
fest um .den Schenkel legen und durch gleichmässige peripheri- 
sche Compression viel zur raschen Heilung beitragen. Nach der 
Versicherung des Vfs, verdient dieses Pilaster die Aufmerksam- 
keit aller Wundärzte; es passt überall, nur nicht da, wo die 
stärkste Klebkraft eines Pilasters, wie bei Amputationen, bedeu- 
tenden frischen Hiebwunden ete., nöthig ist. Kr hat dasselbe in 
den Stralsunder Apotheken als »Kmplastrum balsamicum“ he- 
zeichnet. [Hufeland’s Journ, d. prakt. Heilk. 1834, Octob.] 
62. Geschichte einer freiwilligen Zerreissung 
der Cornea und Heraustreten der Linse; von Dr. Kyıx 
zu Wesel. Eine 62jährige Frau, Mutter 4 erwachsener Kinder, 
litt früher an Gicht und Asthma und bis zu ihrem Ende an ent- 
zündeten. Augenlidrändern, 1831 nahm sie, über Symptome der 
Brustwassersucht klagend, die Hülfe des Vfs. in Anspruch. Da 
demselben die entzündeten Augenlidränder auffielen, fragte er 
nach ihrem Gesichte und erfuhr, dass das Sehen ganz unge- 
trübt und die Augen Morgens nur etwas verklebt wären. Ausser 
etwas mehr als gewöhnlich bläulicher Sclerotica zeigte sich we- 
der äunsserlich noch innerlich etwas Abnormes am Bulbus, K. ver- 
ordnete 3 Monate auflösende und urintreibende Mittel, wobei 
aber die Brustwassersucht stets zu-, die Körperkraft immer mehr 
abnahın, Sehvermögen und Verstand trübten sich jedoch nicht. — 
Eines Morgens, als K, die Kranke besuchte, sagte ihm ihre Toch- 
ter, dass es schiene, als träte der Mutter etwas aus dem Auge. 
Bei Untersuchung ergab sich, dass am rechten Auge die Cornea, 
ziemlich in der Mitte ,. quer geborsten. und die Linse durch den 
Riss ausgetreten war. Die, eben als K. gekommen, herausge- 
tretene Linse klebte noch am untern Augenlidrande. Sie war 
ganz klar und von gewöhnlicher Härte. Etwas wässerichte Feuch- 
tigkeit floss die Wange herab. Vorher hatte Pat. mit dem Auge 
noch gut gesehen und der Bulbus- war nicht dicker gewesen; 
jetzt fühlte er sich etwas weicher an, als der andere, war auch 
flacher und etwas kleiner. Das Bersten der Cornea hatte gar 
keinen Schmerz gemacht: die Kranke: hätte es, wäre sie nicht 
darauf aufmerksam gemacht worden, gar nicht bemerkt. Noch 
war die Sehkraft im rechten Auge nicht ganz verloren: hielt 
man nämlich das linke zu, so sah Pat. noch das Tageslicht, Ge- 
genstände aber konnte sie nicht unterscheiden. Mit dem linken 
Auge sah sie dagegen. so gut wie früher. Mit bewaffnetem Auge 
sah K. hinter der Pupille die vergrösserte hintere Augenkammer, 
sonst aber nichts Abnormes, Die Iris war grau, der grosse Ring 
derselben dunkler, grünlich; sie war erschlafft, reizlos, die er- 
weiterte Pupille stand mehr nach unten, war jedoch noch zirkel- 
rund und ihre Ränder waren nicht einwärts gekehrt, auch war 
sie nicht vorgefallen. Die Ränder der zerrissenen Hornhautwunde
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.