Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

98 IN. Materia medica und Toxikologie. 
reichliche Messerspitze und — fast sichtlich nahm der Auswurf 
ab, mit Nachlass des Ficbers kehrten Appetit und Kräfte wieder, 
and nach 6 Wochen, während welcher der Wasserfenchel unaus- 
gesetzt gebraucht worden war, hatten sich Husten und alle an- 
dere Beschwerden fast ganz gegeben. Doch liessen flüchtige Sti- 
che durch die Brust und zuweilen eine, wenn auch unbedeutende 
Dyspnöe auf Lungentuberkeln schliessen, weshalb der Genesene 
sich bisher nur leichteren Beschäftigungen unterziehen durfte. 
[Med. Zeit, v. Vereine f. Heilk. in Pr. 1834. Nr. 39.] 
‚ 52. Beobachtungen über die Wirkung der Wallnuss- 
schalen; ans dem Tagebuche des Dr. Funke in Leipzig. 
(Schluss. S, Summar. Bd. X. Hft. 1. Nr. 19.) BZ. Anwendung 
der Wallnussschalen bei Krankheiten der Thiere. — 
1) bei warzenartigen Auswüchsen auf der Maul- 
schleimhaut. Kin 4jähr., brauner Jagdhund litt schon seit 
geraumer Zeit an warzenartigen Wucherungen der Maulschleim- 
baut, die sich bis in die Rachenhöhle erstreckten, in grosser An- 
zahl vorhanden, von beträchtlicher Grösse (wie eine Hasel- 
nuss gross) und mehr flach waren, das Kauen und Schlucken 
hinderten und ein häufiges Geifern verursachten. — Behand- 
lung. Die ganze Maulhöhle, besonders die Wucherungen, wur- 
den mit einer concentrirten Abkochung der getrockneten Wall- 
nussschalen, der etwas Honig beigegeben war, alltäglich einige 
Male ordentlich ausgepinselt, wobei man dem Thiere absichtlich 
von dem Mittel etwas mit verschlucken liess. Nach 17tägiger, 
so fortgesetzter Behandlung waren sämmtliche Auswüchse gänz- 
lich verschwunden und sind auch bis jetzt (nach 10 Monaten) 
nicht wieder zum Vorschein gekommen. -— 2) Bei einem Sta- 
phyloma corneae.\ Ein öjähriger Hühnerhund hatte sich nach 
einer mechanischen Verletzung ein Staphylom, ziemlich auf der 
Mitte der Cornea des linken Auges zugezogen. Dasselbe war 
(am 8. Jul. 1833) von beträchtlicher Grösse, sehr roth, von un- 
endlich vielen und feinen Gefässchen durchdrungen, die leicht 
bluteten; das Auge zeigte eine bedeutende Gefässentwickelung, 
besonders um das Staphylom, war dadurch sehr geröthet und 
trübe, dabei lichtscheu, stark thränend und geschlossen. — Be- 
handlung. Strenge Diät, fleissiges Waschen des Auges mit kal- 
tem Wasser, ein Haarseil in den Nacken und jeden 3. Tag eine 
Purganz. Am 16. Jul. war die Reizung des Auges vermindert, 
die Gefässentwickelung beschränkt, das Staphylom aber noch von 
gleicher Grösse. Das Auge wurde nun mit einer schwachen Ab- 
kochung der getrockneten Wallnussschalen täglich 3—4 Mal ge- 
waschen und damit bis zum 26. fortgefahren und war bis dahin 
um vieles gebessert. Da aber die Besserung jetzt langsam vor- 
wärts schritt, so warde Wallnussschalenpulver täglich 2mal 
in geringer Menge ins Auge geblasen und das Thier jeden 3. Tag 
(überhaupt 4 Mal) purgirt. Von jetzt an wurde das Staphylom 
immer kleiner, die Gefässe geringer, das Auge heller — und
	        
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