Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

]}, Materia medica und "Foxikologie, 
zuf es sehr schmerzhaft ward und anf seiner excorlirten Oberflä- 
che etwas nässte. Kinige Tage darauf waren mehrere dergleichen 
Knötchen sichtbar, die nach und nach in Eiterpusteln und Crusten- 
bildung und 80 in einander übergingen, dass die Brustwarze über 
einen Zoll nach allen Seiten zu mit einem continuirenden Ge- 
schwüre umgeben wurde, welches Schorfe bildete, die abfielen, 
und immer wieder auf’s neue erzeugt wurden. So wie die Menses 
erschienen, fing das Geschwür an, sich zu verkleinern und heilte 
bis auf eine kleine Stelle , die offen blieb, zu. So oft nun die stets 
regelmässig erscheinende Menstruation eintrat, fing jedes Mal 8 
Tage nachher, unter Anschwellung der leidenden Brust, die nicht 
zugeheilte kleine Geschwürstelle an, sich wieder nach allen Seiten 
hin zu vergrössern, in derselben Art, wie beim erstmaligen Er- 
scheinen, und heilte dann, sobald die Menses sich zeigten, wieder 
von der Peripherie nach der Mitte hin bis auf die bezeichnete Stelle. 
von wo aus das Geschwür sich vergrössert hatte, zu. Eine Freun- 
din rieth dem Mädchen eine selbstbereitete Salbe aus ungesalzener 
Butter und Bleiweiss, worauf das Geschwür vollkommen verheilte, 
an dessen Statt aber aller 28 Tage ein bedeutender Speichelfluss 
eintrat, der 6 Tage dauerte, mit Anschwellung der Parotis und 
kratzendem Gefühle im Halse, Mattigkeit, Schwere in den Beinen, 
Kreuz-, Magen- und Lendenschmerzen, auch Stechen in der früher 
kranken Brustgegend. Die jetzt gesuchte ärztliche Hülfe blieh 
ohne Erfolg, und Wiesbaden ward verordnet, Dr. RıchrER liess 
die Kranke baden, trinken, ausserdem Fussbäder und Schröpfköpfe 
auf Schenkel und Kreuzgegend in Anwendung bringen. Nach 14 
Tagen zeigten sich unter Anschwellung und leichten Stichen der 
früher leidenden Brust auf dieser mehrere roihe Knötchen, die 
sehr schnell in Eiterpusteln und hierauf in ein mit Schorfen be- 
decktes Geschwür übergingen, welches sich ganz wie das frühere 
entwickelte, nur weit umfangreicher war, denn es erstreckte sich 
über die ganze Hautoberfläche, welche die Brustdrüse bedeckt. 
Der Rand des Geschwürs war gezackt und wulstig, der Grunc 
missfarbig, schmuzig-gelb, die Secrete scharf riechend, die Umge- 
gend geröthet, schmerzhaft , Brustdrüse und Achseldrüse geschwol: 
len. Da jedoch das übrige Befinden ungestört blieb, wurde das 
Baden und Trinken noch über 2 Wochen fortgeführt, worauf denn 
statt des Speichelfusses wieder die Menses erschienen, die Ge- 
schwulst der Brust nachliess, und das Geschwür von selbst voll- 
kommen zuheilte. — 3) Eine Frau, 39 Jahre alt, Mutter von 4 
Kindern, kräftig und niemals erheblich krank gewesen, wurde 
durch ein Dienstmädchen von der Krätze angesteckt, die nach meh- 
reren Wochen, wahrscheinlich durch Erkältung, plötzlich ver- 
gchwand. Sogleich blieben die Menses aus, und es kam statt dersel- 
ben ein copiöser, übel riechender, corrodirender Fluor albus , ty- 
pisch wiederkehrend und 6 Tage andauernd. Der nun erst von der 
Krätzansteckung unterrichtete Arzt ordnete passende innere Mitte) 
und Schwefelbäder an, jedoch olıme Erfolg, daher die Kranke jo
	        
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