Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

Il. Materia medica und Toxikologie. 
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baden hei unterdrückten Hantkrankheiten und de- 
ren Folgen. 1) Eine Frau höheren Standes, 28 Jahre alt, 
zart gebaut, aber gesund, bekam nach ihrer 4. Entbindung, wo 
sie nicht, wie bisher, das Kind selbst stillte, einen knotigen und 
eiterizen Ansschlag ‘um die Nasen- und Mundgegend herum. 
Aufschläge aus einer Abkochung saurer Kirschenstiele entfernten 
das Uebel sehr bald. Die Folgen hiervon waren, dass sich ein 
halbseitiges beinahe täglich erscheinendes, mehrere Stunden alı- 
haltendes Kopfweh der rechten Schädelhälfte und ausserdem eine 
Leukorrhöe einfanden, welche statt der Regeln 6—8 Tage alle 
Monate andauerte. Dem Arzte gelang es’ weder die Hemikranfe 
und die Leukorrhöe zu beseitigen, noch das zu schnell vertrie- 
bene Exvantlıem und die Menses hervorzurufen, so dass nach 
einem Jahre Wiesbaden in Vorschlag kam. Pat. trank und ba- 
dete daselbst, musste aber nach 12 Tagen aufhören, denn es 
zeigten sich Fieber, Kopfschmerz, lästiges Jucken im Gesichte, 
Verlaltung des Stuhls und Urins. Am folgenden Tage nahmen 
diese Erscheinungen an Heftigkeit zu, Abends traten Delirien 
und so heftige Oppression der Brust ein, dass eine Venaeseclion 
gemacht und Sinapismen gelegt werden mussten. Hierauf er- 
folgte eine Remission, und am folgenden Tage brach unter star- 
ken sauer riechenden Schweissen und kritischen Urinentieerun- 
gen auf dem ganzen Umfange des Gesichts, welches bedeutend 
geschwollen war, ein Ausschlag hervor, wobei nun jede Spur 
von Fieber und Kopfschmerz verschwand. Dieses Kxanthem, 
anfangs in kleinen, rothen Knötchen erscheinend, verwandelte 
sich in Eiterpusteln, die dann zur Crustenbildung übergingen, 
die in einem Contiunm das Gesicht hedeckte, so dass nur Kinn, 
die ’Fheile hinter den Ohren, Augendeckel und der behaarte 
Theil des Kopfes frei blieben, KRuhiges Verhalten, gelind ab- 
führende Mütel, Bestreichen der Crusten mit Mandelöl machten 
die Behandlung. aus, und so gelang es, dass nach 8 Tagen die 
Schorfe anfingen abzufallen, die Haut trocken und rein wurde, 
die Geschwulst des Gesichts verschwand und auch endlich die 
noch zurückgebliebenen rothen Flecke sich verloren. Die Kranke 
war von jetzt an von ihrem halbseitigen Kopfschmerze gänzlich 
befreit, unterzog sich nochmals der Trink- und Badecur, bis 
nach 14 Tagen die Menses statt der Leukorrhöe zum Vorschein 
kamen. Nach Verlauf von einem Jahre brachte der Vrf. in Er- 
fahrung, dass bei dieser Frau nicht nur die Menses immer regelmäs- 
eig erschienen, sondern auch keine Spur von Kopfweh, Gesichts- 
ausschlag und Leunkorrhöe sich je wieder gezeigt hatten. — 
2) Ein 20jähriges Bauermädchen, vollsaftig und robust, befand 
sich bis zum Eintritt ihrer Regeln im 1%. Jahre stets wohl. Ki- 
nige Wochen vor dem erstmaligen Erscheinen der Menses zeig- 
ten sich mannigfache Krampfzufälle und unterhalb der rechten 
Brustwarze ein kleines Knötchen von der Grösse einer Krbse, 
roth und heftig Juckend, so dass die Kranke es aufkratzte, wor-
	        
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