Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

L Pathologie, Therapie und mediciuische Klinik. 60 
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schaft war blos Einbildung. Die Veranlassung zu diesem Ahortus war 
körperliche Anstrengung gewesen. — Der Tod einer Wöchnerin 
darf hier nicht unerwähnt bleiben. Die Person lebte seit 16 
Jahren in unfruchtbarer Ehe, war jetzt 36 Jahre alt und litt seit 
Jahren an hysterischen Zufällen, welche bei ihrem excentrischen 
Wesen einige Mal bis zur Tobsucht gesteigert‘ wurden. Den leiz- 
ten Anfall dieser Art hatte sie 1831 gehabt und war glücklich 
davon befreit worden. Im folgenden Jahre blieben die bisher 
regelmässigen Katamenien aus. Dies war im April, Mancher- 
lei Beschwerden, über welche Patientin klagte, würden unter an- 
dern Umständen wohl auf eine bestehende Schwangerschaft hin- 
gedeutet haben. Nach 3 Monaten, als Patientin auf dem Lande 
wohnte, bekam sie unter wehenartigen Schmerzen einen stärkern 
Blut(luss. Da kein Sachverständiger da war, der dies hätte un- 
tersuchen können, so blieh die Sachc zweifelhaft, Eu Januar 
1833 blieb die Periode wieder aus, und bald traten die Zeichen 
der Schwangerschaft deutlich hervor. Den Frühling und Som- 
mer war das Befinden der Schwangern ganz vortrefflich, aber 
Mitte Septembers traten periodisch heftige Krampfwehen cim 
wogegen Aderlass, Brausepulver, gelind eröffnende Mittel und 
kleine Opiate nur wenig fruchteten. Eude dieses Monates kün- 
digte sich die Geburt an: die Kreissende wurde sehr unruhig und 
ungeduldig, hatte sehr gestörte Nächte, und alle Mittel (Zorax, Sc- 
cale cornut., Venaesect., Dampfbäder u. s. w.), welche zur Beför- 
derung der Geburt gegeben wurden, blieben fruchtlos , so dass 
man sich am 3. October zur Zangenentbindung entschloss, welche 
zwar schwer, aber doch glücklich zu Siande kam. Auffaliend 
musste es seyn, dass die Wöchnerin in den ersien Tagen nach 
der Entbindung einen beschleunigten Puls behielt und weiter nach 
ihrem Kinde noch nach ihrem Manne fragte, auf die Frogen 
nach ihrem Befinden jedes Mal „gut“ antwortete, und fortwäh- 
rend seufzte und stöhnte. Der Puls ward frequenter und sank, 
die Brüste waren schlaff, die Lochien rochen und wurden bran- 
dig, der Leib wurde aufgetrieben und die Kranke starb den 7. 
Yeibr., wie man glaubt, an zu grosser Erschöpfung durch die 
Geburt! — Häuiig waren die Gesichtsrosen und die meisten pu- 
stulös. ‚Bei einer jungen Frau, welche sehon mehrere Tage über 
Kopfweh, Druck in der Strngegend, Ohrenreissen und allgemei- 
nes Unwohlseyn geklagt hatte um die Zufälle eines Katarrhallie- 
bera darbot, entstand eine mit unzähligen kleinen Stippchen be 
setzic Gesichtsröthe mit Brenuen und Jucken, welche als Ge- 
aichtsrose nicht erkannt und durch Waschen mit lauem Seifen- 
wasser zu beseitigen gesucht wurde. An folgenden Tage wer 
das ganze Gesicht angeschwollen und: verschoben und die Augen 
durch die geschwollenen Lider ganz geschlossen. Die Heilung 
bot keine Schwierigkeit dar. — Pocken und Masern kamen nicht 
vor; dahingegen gab es viel Scharlachkranke, die aber, mit Aus- 
nahme eines sonoröeen Kneben, sämmtlich geheilt wurden. Allein
	        
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