Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

66 I. Pathologie, Therapie und medieinische Klhülk. 
licher Jüngling von munterer Gesichtsfarbe war seit 6 Tagen 
eines Trippers halber auf beschränkte Diät gesetzt und nahm 
von einer sanftabführenden Emulsion, als er am 26. Juli ohne 
weitere Veranlassung in einen besinnungslosen Zustand verfiel. 
in welchem er noch nach 3 Stunden sich befand. Er warf sich 
öfters mit dem ‚sehr heissen Kopfe umher, knirschte mit den 
Zähnen, zuckte mit dem Munde, blies sich Kühlung in das rothe. 
heisse Gesicht; die Augen waren geschlossen, die Pupillen gegen 
das Licht unempfindlich, die Haut war heiss, der Puls voll und 
mäseig frequent, der Patient durchaus nicht zu ermuntern; er 
hatte Mittags zuvor über Kopfschmerz geklagt und nicht geges 
sen. Nach einer Venaesection (das Blut war sehr dick und ve 
nös) von 3 Tassen kam er auf kurze Zeit zur Besinnung. Des 
zurückgekehrten Sopors wegen wurden 20 Blutegel an den Kop! 
zesetzt, und die Nachblutung zwei Stunden unterhalten; ausser- 
(em Senfteige auf die Waden gelegt und innerlich eine kühlende 
Akixtur verordnet. Hierauf kehrte die Besinnung zurück, aber 
der Kupf blieb heiss und machte kalte Umschläge nothwend’g. 
Der weitere Verlauf der Krankheitsgeschichte gewährt kein Au- 
teresse: nach Monatsfrist war Patient gesund und auch You 
seiner Gonorrhöe befreit. Das Gehirnleiden soll in Folge zu stren- 
ger Diät entstanden seyn. — Ein Fremder mit phthisischer Archi- 
tektur, der nie an der Brust gelitten haben wollte, bot seit Mitte 
Jali deutlich ausgesprochene Symptome der Phthisis pulmonalis 
dar, fieberte lebhaft, hatte eine trockene, rothe Zunge, viel Durst, 
starken Husten mit sehr verdächtigem Auswurfe, fühlte sich 
matt, schwitzte u. s. w. Diese Zufälle steigerten sich schen 
in den nächsten Tagen; Patient delirirte, bekam Aphthen ımd ward 
so schwach, dass er fast nicht mehr reden konnte: die Zunge 
ward ganz blauroth, die Lippen trocken, bläulich mit Ausschlag 
an den Mundwinkeln, das Gesicht hippokratisch, die Nacht- 
schweisse stark und endlich entstand ein bedeutender Decubitas, 
Acht Wochen hatte dieser sich progressiv verschlimmernde Zu- 
stand angehalten, und der Tod schien ‚unvermeidlich, als Anfangs 
Augusts ein Stillstand eintrat. Wiederum nach 8 Tagen wurde 
des Patienten Blick freundlicher und der Totalausdruck seines 
Gesichtes besserz die Aphihen verminderten‘ sich, die Sprache 
ward frei und verständlicher, das Schlingen leichter und selbe! 
das Athmen ruhiger. Patient klagte weniger über Brustbeschwer- 
den, als vielmehr über eine Art Kolik, welche sich mehrere 
Abende um 10 Uhr einstellte und mit vielen Blähungen verbus- 
den war, deren‘ Abgang Erleichterung schaffte. Von nun an 
erholte sich der Kranke zusehens und war Kude Decembers 
vollkommen hergestellt. Solche Fülle sind selten, aber nicht 
unerhört. Verf. spricht noch von einem ähnlichen Falle aus 
früherer Zeit. Ein kräftiger Jüngling von 28 Jahren war ip 
Lendon, in Folge des Klimas und Genusses ungewohnter ‚Spei- 
sen, schwer erkrankt, nicht zweckmässig behandelt worden und
	        
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