Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

V..  Staatsarzneikunde. 
1°G 
das Kind baden zu können, oder der Nabelstrang wird in nasse 
und warme Tücher gewickelt, Im Bade werden dem Kinde die 
Fusssohlen und Handteller gebürstet; das Badewasser wird stark 
bewegt und das Kind verschiedene Male- schnell herausgehoben, 
und eben so schnell wieder hineingesetzt. Von grossem Nutzen 
sind die schnellen‘ Schwingungen: und ein ‚starkes Luftanblasen 
gegen das Gesicht‘ des Kindes, Hilft das :alles nicht, so muss man 
stärkere Reizmittel: Spirit. sal. amm. taust;, Aether, angebrannte 
Federn u. s. w. anwenden, selbst etwas Liquor Hoffm. auf die 
Zunge des Kindes bringen, und Klystiere von Essig geben. Den 
übrigen in Vorschlag gebrachten Mitteln ist Verf. abhold und 
versichert‘, durch Auftröpfeln von Lig: Hoffın. und Naphtha acet., 
so wie durch wiederholtes Luftanblasen mehrere scheintodte Kin- 
der gerettet zu haben. — Ad 2) Nachdem die äussern und in- 
nern Hindernisse; wodurch das Zuströmen von atmosphärischer 
Luft ganz oder zum Theil unmöglich gemacht wird, schnell ent- 
fernt worden, werden die angeführten Reize auf die Brust an- 
gewendet, nm die Respiration zu befördern. ‘ Liegt aber der 
Grund der gehemmten  Respiration in bedeutenden organischen 
Fehlern, so ist wenig zu hoffen. — Ad 3) Die sub 1) d. ange- 
führten Mittel müssen hier mit aller Vorsicht angewendet wer- 
den. [Neue Zeitschr. f. Geburtsk. vi Busch, d’Outrepont u. Rit- 
gen, Bd. 2, Hft. 2.) (V—t.) 
VS 
„A LAKUNDE. 
241. Gutachten über "in rweifelhafte Todesart 
eines nach- früher zugefügten Verletzungen Ver- 
storbenen; vom Kreisphysikus Dr. Herurs zu Warin, Ein 
gesunder Mann von angeblich 29. Jahren ward in der-Nacht des 
5. März 1829 am iinken Vorderarme; am linken Handgelenke 
und an den Spitzen des Zeige- und‘ Mittelfingers derselben Hand 
unbedeutend verletzt. Nach Aussage‘ der Angehörigen vergingen 
10 Wochen, bevor die Wunden, die ein Mal wieder aufbrächen, 
vollkommen verheilten. : Seit der Zeit soll sich Vulnerat stets 
unwohl gefühlt haben. Den 268. November traten Zufälle ein, 
welche die Angehörigen für epileptische ansgaben, der Arzt da- 
gegen für allgemeine heftige Krämpfe: mit bedentenden Conge- 
stionen nach dem Kopfe und völliger Bewusstlosigkeit ‚erkannte. 
Aergerniss und Erkältung war diesen Zuständen vorausgegangen; 
auch war seit einiger Zeit des Kranken Gesicht geschwollen. Im 
Januar bekam Pat. Husten, beengte Respiration, Brustschmerzen 
und Blutauswurf und starb nach einigen Tagen. — Bei der Ob- 
duction der am 3. Febr. wieder auszgegrabenen Leiche ergab sich, 
wie folgt: Der Körper ziemlich gut genährt und von muskulö- 
gem Baue. Die Verwerung hatte begonnen. Die Narben von 
obigen Wunden waren sichtbar. Zwischen der Arachnoidea und 
29 *
	        
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