Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

1V.- Gynäkologie und Pädiatrik, 30 
waren beide gleichzeitig vorhandenz in noch andern. folgte der 
Keuchhusten bei‘ Abnahme der Masernepidemie. Dr. Tosıas 
sah von Erkältung nach Masern Hydrops univers, entstehen, wie 
nach Scharlach; Dr. Luzzarı und UrirRicH Hydrocephalus aeu- 
tus nach Masern folgen. — Dr. JzeceR beobachtete den Keuch- 
husten als offenbar ansteckend, er befiel sogar Erwachsene. Dr. 
Husse rühmt Kopp’s Vorschrift: Rad, Bellad. gr.2, Ipecac. gr. 14 
—2, FW. sulph. lot. gr.32, Sacch. lact, gr.8, in 8 Pulver vertheilt, 
4 Mal täglich 1 zu nehmen, für 3 — 4jährige Kinder. Dr. VrL- 
TEN empfiehlt einen Kaffeesyrup: 4 © gebrannten und gemahle- 
nen Kaffee mit 2 Quart kochenden Wassers 4 Stunde hang infnn- 
dirt, die durchgeseihte Flüssigkeit mit 2 @® schwarzbraunem 
Krystallzucker bis zur Syrupsdicke eingedickt, kaffeelöffelweise 
gereicht. — Dr. Anprx hält auch den Croup für ansteckend. — 
[o, Siebold’s Journal ete., Bd. XIV, St. 1, 1834.] (L—t.) 
239. Noma; von Dr. F. Pavır Sohn zu Landaw in Rhein- 
baiern. — KEin 4)jähriger, kränklicher, blasser, schlecht ge- 
nährter, scrophulöser, an Würmern leidender Knabe, der schon 
} Jahr zuvor von einer heftigen Stomacace durch Brechmittel, 
oxygenirte Salzsäure innerlich und äusserlich angewendet, und 
China geheilt worden, erkrankte am 16. März 1830 an einer 
einfachen. Stomacace, wogegen die frühere Behandlung eingelei- 
tet wurde; allein statt dass das geschwürige und beim Drucke ei- 
ternde Zahnfleisch sich röthete, ergriff am 19. das schmuzig- 
graue Geschwür auch die innere Seite des linken Mundwinkels 
und verbreitete einen scheunsslichen Geruch, gleich wie bei der 
heftigsten Mercürialsalivation; der Speichel floss in grosser Menge 
aus; dabei war der Puls schwach und schnell, die Hände bren- 
nend heiss; am 21. war bereits die Lippe in der Grösse eines 
Silberkreuzers durchfressen, zuvor aber nebst der ganzen Wange 
geschwollen, bläulich-roth, aber nicht sehr heiss und wenig 
schmerzhaft; obwohl bei der Anwendung der Holzsäure das Ge- 
schwür anfangs still zu stehen und die Kräfte durch China und 
oxygenirte Salzsäure sich zu bessern schienen, so sünken doch 
letztere vom 24, an schnell, das Geschwür vergrösserte sich sehr, 
und: die Speicheldrüsen schwollen bedeutend an} eine concen- 
trirte Auflösung von Chlorkalk blieb ohne Erfolg; die halbe linke 
Unterlippe und der untere Theil der Wange waren schon 80 zer- 
stört, dass die untere Kinnlade entblösst lag; Moschus und Sal 
volat. C. C. bewirkten nur einen scheinbaren Stillstand und nach- 
dem noch ein grosser Theil der Wange zerstört , auch eine leichte 
Blutung eingetreten war, erfolgte der Tod am 28. Morgens. — 
Ein 3jähriges, stets schwächliches Mädchen mit serophulösem 
Dickbauche , dessen spät gekommene Zähne schon wieder. im Ab- 
gehen waren, hätte schon lange einen üblen Geruch aus dem 
Munde und ast sehr viel Kartoffeln, zu denen allein es grossen Ap- 
petit zeigte. P, sah das Kind erst am 5. Juni 1831, als das Ge- 
schwür auf der linken Seite der Unterlippe schon von aussen be-
	        
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