Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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schweren Stückes trat wieder etwas Ruhe-.ein; aber nach } Stunde 
ging unter wüthenden Schmerzen die .den früher abgegangenen 
Stücken ganz ähnliche, mit unzähligen Biasen bedeckte, 3 Pfd. 
schwere Hauptmasse mit geringem. Blutverluste ab, auch wäh- 
rend der Nacht gingen noch immer kleinere Stücke häutiger, mit 
Blasen besetzter Massen ab. Nun traten ordentliche Lochien ein, 
der Uterus contrahirte - sich unter gelinden. Nachwehen gehörig 
und bei einer gelind stärkenden Nachcur genas die Kranke in- 
nerhalb weniger Wochen vollkommen. — [2. Siebold’s Journ. etc. 
Bd. XIV, St. 1, 18634.] (L—t.) 
238. Mittheilungen aus dem Gebiete der Geburts- 
hülfe, der Frauenzimmer- und Kinderkrankheiten, 
nach dem General -Berichte des rheinischen Mediecinal- Collegiums 
für 3830 und 1831. — Kin Maurer ‚spaltete sich bei einem 
Falle die Oberlippe so, dass sic nach Art der Masenscharte ver- 
bunden und gut geheilt wurde; seine im 3, Monate schwangere 
Schwägerin bezeigte viel Theilnahme an dem Unfalle und gebar 
zur rechten Zeit ein gesundes Kind, dessen Oberlippe eine so 
deutliche Narbe einer geheilten Hasenscharte zeigte, dass Dr. 
Comes das Kind für ’operirt hielt. — Kin junges Mädchen 
litt. an heftigen, wehenartigen Schmerzen; der Wundarzt PICHLER 
glaubte bei der Untersuchung einen noch von den Eihäuten um- 
schlossenen ‚und im Durchschneiden: begriffenen Kindeskopf zu 
fühlen, um den er mit dem Finger rings herum gehen konnte; 
er fühlte sich knochenhart an und war schon so weit vorgedrun- 
gen, dass man ihn ‚sehen konnte; bei einer zweiten nach eini- 
ger Ruhe angestellten Untersuchung war jener Körper verschwun- 
den, der Uterus fühlbar, aber wegen einer zwischenliegenden 
Haut nicht zu erreichen; diese war das imperforirte Hymen, 
nach dessen Durchschneidung über 2 @ dicke geruchlose, cho- 
colatenfarbige Flüssigkeit ausfloss, worauf das Mädchen ganz ge- 
sund war. — Dr. MoiL sah eine Fran mit Vierlingen 
weiblichen Geschlechts, wovon 3 lebend, niederkommen. - In den 
3 Jahren seit ihrer Verheirathung hatte sie erst 1, dann 2, und 
im 3. Jahre 4 Kinder geboren, — KEine Frau hielt sich we- 
gen Ausbleibens der Menstruation und weil sie bei Gefühl von 
Druck im ausgedehnten. Unterleibe Kindesbewegungen zu spüren 
glaubte, für schwanger; äusserlich fühlte man rechts über dem 
Nabel einen harten runden Körper, welcher Verdacht einer Gra- 
vidit. abdominal. erregte; deutliche Fluctuation aber und die in- 
nere Untersuchung liessen (Dr. TESCHENMAYER) Ascites und Krank- 
heit des Ovariums erkennen. Die Paracentese leerte 26 Unzen 
hellgelbes klares Wasser aus, und nun nahm der harte runde 
Körper die ganze Bauchhöhle ein. Die Frau starb am Zehrfie- 
ber. Bei der Section fand man das .mit dem Uterus zusammen- 
hängende, 15 ® schwere, scirrhös entartete linke Ovarium3; es 
bestand aus einer gleichförmigen, harten, speckigen Masse; die 
übrigen Eingeweide waren gesund, -— Dr. ALERTZ fand bei
	        
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