Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

IV. Gynäkologie und Pädjatrik. 
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chen erklärte... Da jetzt die Ausziehung der Linse dringend ange- 
zeigt war, sie auch noch ‚durch Vorfall der Jetztern sehr erleich- 
tert wurde, so unternahm der Vrt. dieselbe sogleich, Obgleich 
das Einführen des Beer’schen Messers etwas schwierig war, da 
Pat. höchst unruhig das Auge umherrollte und sich alle Augenblicke 
erbrach, so vollendete K, doch ‚einen Theil des Hornhautschnit- 
tes schnell, erstaunte aber nicht wenig, ‚als mit Vorstürzen der 
wässerigen Feuchtigkeit die Staarlinse völlig verschwunden war, 
die Pupille völlig rein erschien und der, Kranke sah. Aus dem 
Auge konnte die Linse nicht gesprungen seyn, folglich war sie 
plötzlich in .die hiutere Augenkammer und den Glaskörper ge- 
drungen, wo sie aber sass, war weder jetzt noch später zu ent- 
decken. Kurz Pat. war und bljeb vom Staar geheilt durch Horn- 
hautschnitt ohne Ausziehung der Linse, [Hufeland’s Journ. d. 
prakt. Heilk. 1834, Septbr.] | (K— eg.) 
236. Entfernung vou Eisensplittern aus den Au- 
gen ohne Operation; von Dr. Krımer in Aachen., Gar häu- 
fig ist es sehr schwierig, ja wohl unmöglich, kleine Eisensplit- 
ter, die beim Drehen von Eisencylindern mit Gewalt ins Auge 
dringen, wieder zu entfernen. Nieht selten dringen sie in Cor- 
nea oder Sclerotica so tief ein, oder sind so klein, dass man 
ihnen weder mit Pincette,: uoch ‚mit Nadel: beikommen kann. 
Hier bedient sich nun K. seit mehreren Jahren mit gutem und 
schnellem Krfolge des nachstehenden ‚Verfahrens. . Er lässt 
zwanzig Tropfen reiner Salzsäure mit zwei Unzen Rosenwasser 
uud einer Drachme Quittenschleim mischen, diese Mischung in 
ein Augenschälchen giessen und darin das kranke Auge bähen,. 
Meist reichen 10 Minuten hin, um so selbst grössere "und tief 
sitzende Eisensplitter völlig aufzulösen. Ist dies erfolgt, so wird 
das Auge gut mit Milch ausgewaschen und dann werden meh- 
rere Stunden lang Umschläge von kaltem Wasser darüber ge- 
macht, um einer Entzündung der Bindehaut vorzubeugen. Son- 
stige üble Folgen sah K, nie danach eintreten. {Aufelands 
Journ, d. prakt. Heilk, 1834, Septbr.]} (K— e,) 
IY. GYNÄKOLOGIE und PÄpDIATRIK. 
23%. Geburt einer grossen Traubenmole. — 
Von Dr. M. MomserTt, Arzt und Geburtshelfer zu Wanfried in 
Kurhessen. Eine 32jährige, seit dem 17. Jahre verheirathete 
Krau, die zuerst Zwillinge, dann noch 6 Kinder ziemlich schnell 
auf einander geboren und selbst gesäugt, von denen 5 noch am 
Leben und gesund sind, hatte im Januar und anfangs Februar 
1832 ihre Regeln nicht gehabt; Ende Februar erschienen sie 
wieder auf einige Tage, blieben dann regelmässig bis zum Mai 
uud flossen von da an unausgeseizt bis zum October. Die ab-
	        
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