Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

82 Il. Materia medica und Toxikologie. 
and dieses ausser der Zeit in .ungereinigte Schafwolle oder in 
Schwanenfell gehüllt, wöchentlich auch zweimal schwache, lau- 
warme Laugenbäder von Holzasche genommen werden, Anfäng- 
lich waren das höchst. lästige, fast schmerzhafte Gefühl beim 
Herunterfallen und Verdampfen der Tropfen am, Knie, so ‚wie 
der Geruch des Schwefelalkohols, der Kranken schr peinigend, 
allmählich gewöhnte sie sich jedoch daran und befolgte alles 
sehr regelmässig. . Bei Fortsetzung dieser Behandlung nahm man 
in den ersten 4 Wochen kein Fortschreiten. des Uebels wahr, 
später nahm allmählich zuerst das schleichende Fieber, dann 
Schmerz und Umfang des Kniegelenkes ab und endlich began- 
nen auch die Halsdrüsen zu schmelzen, die Kräfte hoben sich 
sichtlich und nach mehr als 4jährigem unausgeseiztem Fortge- 
brauche dieser Mittel, zuletzt mit Lich, island. , war Pat. völlig 
geheilt. Noch im Mai d. J., 14 Jahre später, befand sie sich 
völlig wohl und konnte, obgleich sie eben nicht stark ist, be- 
trächtliche Strecken zu Fusse gehen, ohne auch onr das Ge- 
ringete an dem früher kranken Kniegelenke ‚wahrzunehmen. Bei 
dieger Kranken stellte sich übrigens noch etwas ganz Eigenes 
ein... 3 Monate zuvor, ehe. die Kniegeschwulst bei ihr auftrat, 
erschien olıne irgend nachweisliche Ursache Diabetes insipi- 
dus mit unlöschbarem Durst nach. kaltem Wasser und völliger 
Appetitlosigkeit; zugleich wurde die Oberfläche der Zunge bie 
auf die Wurzel schwarz wie Ebenholz. Alle Mittel halfen nichts; 
erst mit Auftreten des Knieübels schwanden alle diese Erschei- 
nungen und zwar schnell und von selbst. Während aber später 
das Knieübel im Abnehmen war, traten jene. wie früher ein. 
Auf die empirische Erfahrung hin, , die K. in einem ähnlichen 
Falle gemacht hatte, verordnete er den Tart. emet. zu 8 gr. 
in einer Unze Kirschlorbeerwasser und liess davon, neben den 
Pulvern aus thierischer Kohle etc., täglich 4mmal 30 Tropfen 
nehınen. Nach 16 Tagen ging eine schwarze Haut stückweise 
von der Zunge ab, die Harnruhr. schwand und .kam seitdem 
nicht wieder. — Mit sichtlich gutem Erfolge wendete K. den 
Schwefelalkohol äusserlich auch gegen den Kropf bei einem jun- 
gen Frauenzimmer an. Gegen paralytische Amaurose und dys- 
Kratisches Glaukon, so wie gegen Cholera mit apoplektischem 
oder torpidem Charakter half er aber. nichts. Bei eingeklemm- 
ten. Brüchen möchte aber nichts die Taxis so erleichtern, als 
Auftröpfeln des Schwefelalkohols auf den Bruch. Zweimal sah 
K. sogar schon dadurch, ohne sein Zuthun, plötzlich die Ein- 
klemmung weichen, [Hufeland’s Journ, d, prakt. Heilk., 1834, 
Septbr.] (K— e,) 
fr
	        
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