Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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VI. Staatsarzneikunde. 
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aber nach‘ wiederholter Klage auf Alimenten - Gelder später Jähr- 
lich 15 Thir. zuerkannt, welche bis zum 15. Oct. 1830 wirklich 
bezahlt worden. Ilierauf verlangt die S. nicht bloss zu verschie- 
denen Malen die fraglichen 50 Thir.,- ohne die vergleichmässig 
bedungene Caution zu stellen, sondern tritt auch den 24. Juni 
1829 bei dem Stadtgerichte in höchst ungestümer Art auf und 
verlangt sofortige Auszahlung derjenigen 300 "Thlr., welche es 
für sie besitze, oder ihre Kinder, welche ‚sie mit sich hatte, 
hinzunehmen und zu ernähren, Man macht ihr begreiflich, dass 
dergleichen Gelder nicht vorhanden seyen, allein sie stösst die 
gröbsten Schimpfreden gegen das Gericht aus, droht, ihre Kin- 
der dort zu lassen u. s. w., und appellirt, nachdem sie eine 
Stägige Polizeistrafe abgebüsst, an das Pupillen- Collegium, an 
den Minister und mehrere Male an den. Vice-König, indem sie 
ihre Beschwerdeschriften mit Beleidigungen anfüllt. — So kam 
die S. in Untersuchung , aus der sich Folgendes ergab. An dem 
Körperlichen der S. konnte, ausser. nächtlicher Unruhe, nichts 
Krankhaftes aufgefunden werden. Nach Aussage der Hauswir- 
thin war die S, immer höchst friedfertig, ruhig und umgänglich 
gewesen, hatte alles ehrlich bezahlt, keine Spirituosa zu sich 
genommen, für ihre Kinder mütterlich gesorgt u. 8. w. Ihr un- 
ruhiger Schlaf möchte wohl dem schlechten Lager zuzuschreiben 
seyn, da sie ihre Betten u. dgl. habe versetzen müssen, Sie 
sey nicht dumm, sondern pfiffig. — Bis zu ihrer Niederkunft 
war die S. gesund gewesen. Ihr mütterliches Haus hatte sie mit 
einer sehr geringen Cultur ihrer Seelbeukräfte verlassen und kam 
in eine Familie, wo sie wahrscheinlich sehr subordonirt und ihr 
Geist in der Art 80 bevormundet war, dass sich bei ihr ein 
selbstständiger Charakter nicht entwickeln konnte. Schor früher 
scheint die S. sich selbst überschätzt zu haben und von Kigen- 
dünkel eingenommen gewesen zu seyn, So glaubt sie, von sehr 
guter Herkunft zu seyn, und statt ‚als Dienstinädchen giebt sie 
vor, als Hausjung{er gedient zu habem. Sie schlägt, ihrer Aus- 
sage nach, gute Heiratlısanträge aus, weil sie glaubt, etwas An- 
ziehendes zu besitzen; und solche Reden mehrere gehören hier- 
her. In Betreff des Endvergleichsg von 120 und respective 
50 Thlrn., so. lässt. sich füglich annehmen, dass die S. ebenso- 
wenig einen deutlichen Begriff davon, als von der Function eines 
Bürgen hat in sich aufkommen lassen, obgleich ihr dieses mög- 
lich war, Sie glaubte fortwährend, dass unter allen Umständen 
ihr die 50 Thir. zur Disposition werden müssten; sie hält sich 
als Mutter befugt, über Geld, das zu ihrem oder ihres Kindes 
Besten ausgesetzt war, um so mebr frei zu disponiren, da sie 
und kein Anderen für das ‚Kind zu. sorgen habe, und Niemand 
besser ihre und ihrea Kindes Bedürfnisse kenne, als sie selbst. 
Eben 80 kommt ihr kein Zweifel bei, dass ein Bürge gegen ihre 
Verwendung der 50 Thir. etwas zu: erinnern haben; könute, Sie 
sieht. demnach das Gericht als Hinderniss der Aussgahlung an ung
	        
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