Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

VI. - Staatsarzueikuhde. 
chenhett noch ungestörter und regelnässiger, als nach der ersten 
Frühgeburt. Als Todesursache des Kindes nennt Vrf. das Stecken- 
bleiben und längere Verweilen des Kopfes in dem mütterlichen 
Scheosse;, nachdem der Körper schön geboren war. — Der einzige 
Zweck der künstlichen Frühgeburt ist der; durch möglichst scho- 
nendes künstliches Eingreifen die Geburtsthätigkeit zu erregen und 
somit die‘ natürliche‘ Ausstossung der Leibesfrucht früher zu be- 
werkstelligen, als dies naturgemäss‘ geschehen würde. Der Zweck 
des 4ccouchement force ist der, die Leibesfrucht möglichst schneH 
aus der Gebärmutter zu entfernen, wenn dem Leben der Mutter 
oder des Kindes gefahrdrohende: Zufälle dadureh: gehoben werden 
können, Die Indication zur künstlichen Frühgebürt giebt die Un- 
möglichkeit , ein Kind von gewöhnlicher Grösse auf dem natürli- 
chen Wege und ohne grosse Gewalt lebend zur Welt zu bringen, 
bei vorhandener Möglichkeit, dies zu bewerkstelligen, wenn das le- 
benstähige Kind nech klein und nicht völlig ausgebildet ist. Nie 
muss dieser, vorzüglich für das Kind, feindliche Eingriff bei einer 
KErstgebärenden , sondern nur erst dann gemacht werden, wenn eine 
oder mehrere vorhergegangene: Entbindungen die Indication dazu 
festgestellt haben. Man soll die Operation nicht vor der 32, und 
nicht nach der 36. Woche der Schwangerschaft vornehmen, weil 
das Kind sonst entweder noch nicht lebensfähig genug, oder schon 
zu gross zum Durchgange dnrch’s Becken ist. Die Operation muss 
80 schonend und einfach, wie möglich gemacht werden, und jedet 
nnnöthige Instrumenten - Apparat dabei ausser Anwendung bleiben. 
Zur Eröffnung der KEihäute und zum Abflusse des Kindswassers be- 
darf es nur geringer Erweiterung des Muttermundes, wie sus Obi- 
gem erheilt. [Neue Zeitschr *. Geburtsk. v. Busch, d’Outrepont 
n. Hitgen, Bd. 2, Hft. 2, 18%: * ; (V—t.) 
VI. STAATSARZNEIKUNDE. 
. Gutachten über den psychischen Zustand 
keine“ Inquisitin, welche Injuriemn gegen die Ge- 
Pichte ausgestossen hat; vom Landphysikus Dr. W. ELwuRt 
zu Hildesheim. Die Ehefran des Manrerhändlangers S. kam am 
B. "April 1825 mit einem ıumehelichen Kinde weiblichen Geschlechts 
nieder. 11— 12 Wochen hieräuf erhielt sie von ihrem Schwän- 
gerer L, vergleichsweise T20 Thaler, und den 312. Mai 1826 soll- 
ten zu Folge des Vergleichs für das Kind noch 50 Thaler vor 
dem’ Stadtgerichte ausgezahlt werden, wäs jedoch unterblieb, da 
die Mutter die vom Stuprator verlangte Cantion nicht atellte, 
Die S. behauptete hinterher, dass dieses Geld nicht dem Kinde, 
kondern ihr gebühre. Anfangs des J, 1828 klagte sie auf Zah- 
lung‘ von 180 "Thirn. Deflorationsgelder, 160 Thir. Entbindungs- 
und Wochenbettkosten, auf 25 Fhir. jährliche Alimente u. 8. w 
Unter Verurtheilung wird sie mit dieser Klage abrewiesen. 7%
	        
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