Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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Y. ‚Gynäkologie und Pädlatrik. Ä 
hinten die mit Fruchtwasser gefüllten, wenig gespannten Eihäute 
mit den Füssen des, Kindes. Da die Blutung. und die Wehen 
fortdauerten, ‚so ward zur künstlichen. Entbindung geschritten, 
Die. Rlutung stand, das Kind, ein Mädchen, ‚war unreif und todt; 
die Nabelschnur mager. Die Nachgeburt kam nach + Stande. von 
aclbst; allein es war nur die Hälfte mit den Kihäuten; die. an- 
dere war noch im Uterus. Die "Trennung mochte wohl durch 
die.‚rotirende Bewegung des Kindes und durch den dadurch ver- 
ursaclten Druck der Placenta gegen den Schambogen bewirkt 
worden seyn. — Bei den vorhandenen Wehen und bei der Ab- 
wesenheit einer Gefahr überliess man es der Natur, den Placenta- 
resp ansgzusiossen, Am folgenden Tage hatten. die Wehen fast 
aufgehört, und man fühlte durch den weichen Bauch die Placenta 
hinter dem Schambogen.. Ein Versuch, dieselbe künstlich zu Jö- 
sen, ‚misslang; theils weil..der. Muttermund sich nicht ohne grosse 
Gewalt öffnen, liess, theils, weil die Placenta.durch tendinöse Ge- 
webe mit dem Uterus zusammenhing. Das Secale cornut, wurde, 
ob es gleich anfangs Wehen erregte, vergebens angewendet.‘ — 
Die Lochien flossen regelmässig; die Brüste füllten sich, und es 
trat heiftiges Fieber ein, welches sich,, wie auch die Milch. in den 
Brüsten, bis zum 13. Februar verlor. Der Lochienfluss war jetzt 
bräunlich und stinkend, und es fanden sich in selbigem kleine, fa- 
denförmige Stücke. der, zurückgebliebenen Placenta. Noch, grös- 
sere Stückchen gingen den 15. Febr. mit ab, und den 16. war der 
Lochienfluss verschwunden und Patientin genas, nachdem sich ihre 
Brüste in der 3. Woche nach der. Geburg wiederum mit Milch, ge- 
Cllt hatten, die nach 2 Wochen auslief. In die Mutterscheide 
hatte.man ‚Leinsamenahsud injicirt. -— Die erwähnten Stückchen, 
welche mit den Lochien abgingen, standen mit dem zurückgeblie- 
benen Placentareste nicht im Verhältnisse: ‚es ‚muss also ein Theil 
völlig resorbirt und aufgesaugt worden seyn..;., [Neue Zeitschrift 
für. Geburtskunde v.. Busch, d’Outrepont ‚u. Ritgen,, Bd, 2, 
Hft. 2, 18341 AV) 
213. Geschichte einer künstlichen Frühgeburt;. 
von Dr. A. HoRLAcHER zu Oettingen. Vollkommen indicirt ist die 
Operation der Frühgeburt „.wenn man die Gewissheit hat, ‚dass ein: 
gehörig ausgebildetes reifes Kind nicht olme grosse Gewalt durch 
das Becken geleitet werden kann, dass die Leibesfrucht möglichst 
gesund und Jebensfähig ist, und von Seiten der Mutter. kein Hin- 
derniss obwaltet, Diese Indicationen fanden sich bei einer ‚Schwan- 
gern von mittlerer Grösse, regelmässigem.. Körperbau uud ‚guter 
Gesundheit. .1820 verheirathet, ward sie bald ‚schwanger und 
empfand nach regelmässig verlaufener Schwangerschaft im Februar: 
1821 die ersten Geburtswehen, . Der Muttermund war geöffnet 
und der Kopf lag vor, ohne dass er, trotz .der guten. Wehen, ‚eins 
trat: denn die Schambeine hatten sich in, einem ziemlich spitzen 
Winkel vereinigt, wodurch zwar die Conjugata grösser, die queren 
und schiefen Durchmesser aber, und somit der ganze Beckeneiu--
	        
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