Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 4.1 
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stranges und um dieselbe von natürlicher Structur, und wog 2 Pfund. 
— Bei ‚einem etwas ruhigern Zustande behauptete sie Mitte 
Octhre. wieder schwanger zu seyn, und sie gebar den 6. Aug. 
1824 ganz leicht ein starkes Mädchen. Diesmal: ging die nor- 
male Fiacenta schnell, ohne Blutung und von selbst ab. Das Wo- 
chenbett verlief regelmässig, und der natürliche Gemüthszustand 
kehrte vollkommen zurück; — VWVrf. schliesst daraus, dass in 
diesem Falle die‘ Manie zu der Abnormität der Placenta und 
der daher rührenden regelwidrigen Ernährung und Bildung des 
Fötus im Causalverhältnisse gestanden. — Med. R. Dr. Lanz 
beobachtete folgenden Fall.‘ Eine 33jährige Frau glaubte seit 44 
Wochen schwanger zu seyn. Bis zur 41. Woche war die 
Schwangerschaft regelmässig verlaufen, als, ohne Veranlassung, 
viel Wasser aus der Scheide abfloss. Seitdem fühlte sich der 
Bauch sehr hart an, und es floss aus der Scheide etwas :ab, 
das mehr. Schleim , als Kindswasser war. ‘ Bei der Geburt stellte 
sich keine Blase; auch ging kein Wasser, sondern bloss Schleim 
ab. -Das Kind wog 10 Pfund und mass 21 Zoll. Der Mutter- 
kuchen, : welcher kümstlich getrennt werden musste, hatte 95 
Zolt im grössten und 8 Zoll im kleinsten Durchmesser, war an 
der Uterinfläche wie mit festem Gries, gleichsam mit kleinen 
Steinen ‚in ihrer Substanz, “insbesondere gegen den Rand ange- 
füllt die Substanz war durchgehends sehr fest und wenig bieg- 
sam. — : Vrf. ist gemeint, dass die Nachgeburtszögerung und die 
abnorme Bildung der Placenta mit dem Uterus in einigem Ver- 
hältnisse m} ihrer abnormen Beschaffenheit stehe, dass letztere 
auch zu den Ursachen der Frühgeburt gehöre, und dass ‘das 
habituelle Absterben: der Kinder‘ mit einer krankhaften Beschaf- 
fenheit der Placenta zusammenhänge. [Neue Zeitsch. f. Geburtsk. 
vw. Busch, d’Outrepont u. Ritgen. Bd. IT. Hft. 2. 1834.) (Vet.) 
“212. Fall von: Placenta praevia und theilweise 
Resorption einer im Uterus zvurückgebliebenen 
Placentahälfte. Von Dr. Jul. ScHmIDTMÜLLER in Dorfen. Kine 
gesunde , mit fehlerfreiem Körper begabte Mutter dreier‘ Kinder, 
welche sie regelmässig geboren, hatte Mitte Julis 1832 zum vier- 
ten‘ Male concipirt, spürte Mitte Novembers die ersten Kindshe- 
wegungen, die sich, bei übrigem‘ Wohlbefinden, anfangs Fe- 
bruars verloren, und bekam in der Nacht des 4, Febrs., nach 
vorausgegangenem Beischlafe, plötzlich eine Metrorrhagie, wel- 
che durch Zimmttinctur gestillt wurde, jedoch immer wieder- 
kehrte, und den 7. Febr. so überhand nahm, dass zugleich We- 
hen eintraten, und ärztliche Hülfe gesucht werdem musste. Die 
Ursache der Blutung war die Placenta praevia. Der hoch ste“ 
hende Muttermund wär weit geöffnet, und auf selbigem, etwas 
mehr nach rechts,‘ nach vorn und oben sass die Placenta.‘ Der 
ander linken Seite” des Uterns gelegene Theil hatte sich be- 
reite gelöst amd war schon tief ans dem Muttermunde in die 
Scheide getreten... Neben: ihm lager zur Linken und etwas nach
	        
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