Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

IS 
V. Gynäkologie uud Pädlatrik, 
als wäre ein Blutegel angesetzt worden. Verschiedene Aerzte 
in Posen und an andern Orten, darunter sieben: Aerzte in Ber- 
lin, wo Pat. sich 9 Monate anufhielt, haben die Kranke auf ver- 
schiedene Weise, aber immer olıne Erfolg behandelt. Seit 3 
Jahren befindet sie sich in der Behandlung des Vrfs., der die 
Erfahrung gemacht hat, dass, wenn die Blutung aus dem Uterus 
mit starken blatstillenden äussern oder innern Mitteln, so wie 
der oft 36 Mal in 24 Stunden erfolgende Durchfall zum Stehen 
gebracht ‚wird, sogleich heftige Congestionen nach oben, und 
ungeheure Unruhe md Auftreibung des Unterleibes mit hefligen 
Schmerzen im Unterleibe entstehen, und die Kranke sehr froh 
ist, wenn sich Blutungen und Durchfall wieder zeigen. Mehr- 
mals hat J. den rückwärts gebeugten, sehr. gesunkenen, beim 
Befühlen schmerzhaften, doch nicht vergrösserten und verhärte- 
ten Uterus reponiren wollen, doch glückte dies nicht, da die 
Intestina wahrscheinlich schon das kleine Becken angefüllt haben, 
und es also nicht gestatten, den Uterus, in seine regelmässige 
Lage zurück zu bringen. Nur kaltes Wasser, zu mehreren Quart 
täglich getrunken, oder auch einige Gläser Gefrornes, kalte 
Umschläge von Wasser über den Unterleib, . und kalte Einspri- 
tzungen in Scheide und Mastdarm erleichtern. die Schmerzen, 
und mindern die Blutung. Säuren, Adstringentia, stärkende Mit- 
tel, Antispasticea, Opium und stärkende Bäder zeigen dagegen 
keine gute Wirkung, ja schaden oft. So. wie Pat. nach been- 
digter Blutung das Lager verlässt, erholt sie.sich sogleich wie, 
der, sieht zwar schr blass aus, doch nicht mager, kaun Ver- 
schiedenes, nur nichts Erhitzendes zu sich nelımen, arbeitet wie- 
der und geht aus, doch dauert dies nur 10 — 12 Tage, wo 
dann von Neuem die Blutung beginnt. [Casper’s Wochenschr., f. 
d. ges. Heilkunde, 1884, Nr. $U.) , „. (K— e.) 
— 209. Geburt zweier mit einander ‚.verwachsener 
Kinder; vom Wund- und Hebarzte HocHsteTTeR in Wiunen- 
den. Kin lediges 26jähriges Frauenzimmer bekam am 15. Jan, 
1823, Nachmittags 1 Uhr, Geburtswehen, "auf die das Frucht- 
wasser abgiug. Als H. um 2 Uhr die Kreissende sah, fand er 
zwei rechte Füsse vor der Scheide, und einen 3. noch in 
derselben liegend. Er zog letztern an und ‚suchte einen von 
beiden erstern zurück zu schieben, um einen rechten und lin- 
ken Fuss zu bekommen, doch dies gelang nicht, und so löste 
er denn den über der Symphysis ossium pubis versteckten vierten 
Fuss und zog nun alle zusammen an, bis die Kinder bis. zu 
den Schultern entwickelt waren. Die Arme beider Kinder lagen 
sämmtlich nach oben gegen den Muttermund neben den mit dem 
Gesicht nach hinten gekehrten Köpfen gestreckt, wodurch die 
obere Beckenapertur so ausgefüllt war, dass die kräftigsten We; 
hen die Geburt ‚nicht beschleunigten, weshalb H. einen, Arm 
yach dem audern mühsam entwickelte, worauf dam beide Köpfe 
schief unter kräftigen Wehen eiutraten, : Kin einfacher Mutter-
	        
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