Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
darzulegen, denn von einem exspectativen Verfahren, von milde 
ren Mitteln, wie Andere davon Gebrauch machen, um, wie sie 
sagen, nicht störend in den Organismus und seine Entwickelungs- 
vorgänge einzugreifen, hat-.er noch nie Nutzen, wohl aber 
manchmal Lebensgefahr gesehen. 1) Eine 48jährige Witwe, die 
seit einigen Monaten ihre Periode bald nur schwach, bald unre- 
zelmässig bekommen, erlitt im Jamar 1828, wo dieselbe eintre+ 
ten sollte, einen förmlichen Blutsturz, begleitet von Kälte der 
Füsse, Herzklopfen, Ohnmachtep , Kolik, Harnstrenge, Glieder- 
reissen, Schreckhaftigkeit, Kopfschmerz u. a. nervösen Zufällen,. 
T. wurde erst nach einigen Tagen, als. Pat. fast schon der Kr- 
schöpfung nahe war, gerufen; der: Zustand. war ein Gemisch 
von Atonie im Gefäss- und KErethisınus im Nervensystem bei 
der durch viele Entbindungen geschwächten, in Sorgen lebenden 
Frau, Zeichen von Entzündung. oder Pleihora fehlten, Als Indi« 
ration stellte er sich Contraction der Uteringefässe und. Minde« 
rung des nervösen Erethismus, Bei zweimaligem Gebrauche ei- 
nes Inf. Valer., mit Acid. sulph. dilut., Tinct. heb., Tinct. 
Cinnam., Liqu. anod, min. H., 2stündlich zu einem Esslöffel, 
körperlicher und geistiger Ruhe, horizontaler Rückenlage mit 
ineinander geschlossenen Beinen im dunkeln Zimmer, nährender, 
reizloser Kost, schwand die Blutung gänzlich, und Pat. ist bis 
jetzt (scit länger als 3 Jahren) unausgeseizt gesund gewesen: — 
2) Schwieriger und langwieriger war die Heilung bei einer 50jäh- 
eigen, durch 1} Entbindungen sehr geschwächten Frau, welche, 
nachdem ihre Katamenien seit einem halben Jahre unregelmässig 
geworden waren, auf diegelbe Weise und unter denselben Zufäl- 
len wie die vorige Pat. erkrankte. Nach länger als einem Vier- 
teljahre, und unter dem Gebrauche der kräftigsten Antispasmo- 
dica und Adstringentia gelang es erst, die Kranke vollkommen 
wieder her zu stellen, die bereits seit 3 Monaten ganz gesmd 
ist. 3) Eine 5]jährige Frau, Mutter von 2 Kindern, durch ih- 
res Gatten und eines Solınes Tod in Betrübniss verseizt, erlitt 
plötzlich zu einer Zeit, wo sie ihre Katamenien erwartete, eine 
heftige, von mancherlei Nervenzufällen begleitete, Metrorrhagie; 
unter allmählich seltener wiederkehrenden Rückfällen des Biut- 
Nusser schwand dieser endlich nebst den Nervenzufällen inner- 
halb 10 Wochen bei derselben Behandlungsweise; doch blieb ei- 
nige Aengstlichkeit, abwechselnd mit einem Gefühl vorüberge- 
hender Minfälligkeit, periodisch stärker werdende Kreuzschmer- 
zen (Zeichen eines Erethiemus in‘ der cauda equina und den 
Sacralnerven) und Leibesverstopfung noch einige Zeit zurück, 
— "”T. hat noch viele ähnliche Fälle beobachtet. — Kin Fall 
ron Katamenialfluss auf ungewöhnlichem Wege (men- 
ses devii). Man hat Beispiele von Abscheidung des Menstruel- 
hlules statt aus dem Uterus; ans der Nase, den Lungen, dem 
Magen, den Nieren und der Blase, den Gefässen der Scheide 
und des Mastdarme: KL, vv. Sızsorn in s. Handb. d. Frauenzim-
	        
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