Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

398 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Sections - Resultaten; vom M. R. Dr. Conen in Posen; 
L Scirrhus pylori. . Kin: 67jähriger Mann von mittler Grösse 
und leukophlegmatischem Ansehen, mit vom Alter schon gebleich- 
tem Kopfhaare und in.den Kleidern nur‘ hängend, wär, wie der 
faltige Hängebauch und die starken Knochen bewiesen, noch vor 
wenigen Jahren corpulent und kräftig. Dürftigkeit nöthigte den 
früher im Wohlleben Schweigenden sich mit Unterricht kleiner 
Kinder zu quälen. Der Vater starb im 80. Jahre an Alterschwä- 
£he, die Mutter im Wochenbette; die Geschwister waren gesund, 
und auch Pat, war, bis auch ein Entzündungsfieber vor mehre- 
ren Jahren, gesund gewesen. Früher lebte er rasch, hatte auch 
einmal Tripper, ‚und war später und noch bis vor wenigen Jah- 
ren. dem Trunke. sehr ergeben. Letztere Leidenschaft hatte sich 
aber wieder gelegt, und es war nur die Gewohnheit geblieben, 
früh einen kleinen Schnapps zu trinken. Vor 2 Jahren trat Ma- 
genverschleimung ein, wogegen bittere Mittel ohne Erfolg blie- 
ben. Von da ab kam der Magen nie wieder recht in Ordnung. 
Es entwickelten sich fliessende Hämorrhoiden, die, seelten ein- 
tretend, . ohne Passionen waren. Vor 4 Jahre trat, nach- 
dem Pat. eingemachte Gurken und darauf Schnapps zu sich gc4 
nommen, Erbrechen ein, ohne dass. der Appetit ; dadurch litt, 
Es kehrte nach 5 Tagen und dann nach $ Tagen wieder, wor+- 
auf es, mit Leibesverstopfung‘ vergesellschaftet,. perpetuell wurde. 
Der Körper magerte. dabei sichtlich ab, die Kräfte schwander., 
die langsamsten Bewegungen waren mit Oppressionen. in der 
Brust verbunden,. und es fand sich ein Schmerz im Unterleibe 
vor, Mittel wurden nicht angewendet, wenn auch Lieblingsge- 
nüsse: saure Suppen, Erbsen, Kartoffeln und Essig, nicht mehr 
recht vertragen wurden, Es stellte sich nun auch saures Auf- 
stossen und Erguss sauren Speichels ein, und nur alle 8— 10 Tage 
erfolgte Stuhlausleerung. - ‚Bei diesen Obstructionen fühlte. sich 
aber der Kranke wohl, während diess nicht der Fall war, wenn 
durch Glaubersalz oder Latwerge häufige Oeffnung herbeigeführt 
wurde. VUebrigens ass Pat. mit Appetit, war aber dann voll und 
beschwert, bis das. Genossene wieder ausgebrochen wurde, waß 
in jeder Nacht nach 3-— 4stündigem Liegen im Bette erfolgte, 
Unmittelbar nach Speisegenuss, so wie in aufrechter oder sitzen- 
der Stellung trat das Brechen nie ein, sondern nur im Liegen 
and rascher, aber mit unangenehmern Empfindungen, wenn sich 
Pat. auf die rechte Seite legte, wo dann in der Gegend des Py- 
lorus Schmerzen eintraten, weshalb diese Lage vermieden wurde, 
Ein Gefühl von Wundseyn begann vom Unterleibe und drang 
durch die Brust bis in den Schlund, und an der bezeichneten 
Stelle liess sich undeutlich unter Schmerzen eine Härte fühlen. 
Der Vrf. übernahm die Behandlung am 1. März v. J., nachdem 
der Kranke die Nacht vorher gegen 3 Quart verschiedener ge- 
nossener Sachen ausgebrochen hatte. Was diätetische Anordnun- 
ren betraf, so wurden mildes Getränk. Salepsuppen und leichte
	        
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