Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

N. . Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 38393 
gen Haltung ungeachtet, ohne alle erkennbare Veranlassung fie- 
herhaften Zustand mit:trocekenem Husten von besanderem Tone; 
rothen feuchten, thränenden Augen, .fliessender Nase und: häufi- 
gem Niesen, und am 2, Tage zeigten sich Morgens nach sehr unru- 
higer Nacht über das ganze Gesicht eine zahllose Menge rother 
Stippchen; die aber bald zu flachen, rundlichen, den Flohstichen 
ähnlichen Flecken von der Grösse eines Hirsekorns bis zu der ei- 
ner Linse wurden und wobei das Gesicht aufgedunsen war. Ge- 
gen Mittag war schon der ganze, noch wenig behaarte Kopf, so wie 
Nacken und Hals wie übersäet mit solchen Flecken, auf dem übri- 
gen Körper aber war noch nichts zu sehen. Das Kind hatte über 
den ganzen Leib trockene Hitze, nur die Hände waren kalt, auch, 
obgleich weniger, die Füsse, Puls und Athemholen waren sehr be- 
schlieunigt, ‚die katarrhalischen Zufälle stärker, das Kind sehr un- 
ruhig, ohne Schlaf, und es.nahm die Brust der Amme fast gar nicht. 
Obgleich sich der Vrf. den Ausschlag ganz bestimmt für Masern zu 
erklären nicht getraute, so wahrscheinlich dies auch schien, so 
musste er doch jedenfalls das von den erwähnten katarrhalischen 
Zufällen begleitete Fieber als zum Ausschlage gehörig, als ‚von 
demselben abhängig, ansehen und deshalb für weitere Beförderung 
des Ausschlags sorgen. Er verordnete daher eine Mischung von 
Lig. Ammon. acet., Agq. flor. Til., Vin. stib. und Syr. Alth. und 
befahl, damit auch die Nacht, wenn kein Schlaf eintreten sollte, 
fortzufahren. Erst Morgens 5 Uhr wurde das Kind ruhig uud es 
trat Schlaf von mehreren Stunden ein. : Als das Kind erwachte, war 
die ganze Haut feucht und nicht mehr brennend heiss, die Hände 
warm und feucht, der Puls weicher und wie das Athemholen ruhi- 
ger, und der ganze Körper mit völlig rothen Flecken wie übersäet. 
Das Gesicht war weniger aufgedunsen und die Flecke in Gesichte 
auffallend bleicher. Das Kind war merklich erleichtert, die katar- 
rhalischen Zufälle geringer, und er nahm wieder die Brust. Nun 
konnte W. den Ausschlag bestimmt für Masern erklären. Er liess 
die Medicin weg und nur mässig warmes Verhalten mässig gleich- 
förmig beobachten.‘ Am 3. Tage verging im Gesichte, auf dem 
Halse und auf der Brust der Ausschlag, auf dem übrigen Körper 
aber zeigte er noch lebhafte Röthe, und erst aın 6. Tage verlor er 
sich auch an den untern Theilen. Alles Katarrhalische war ver- 
schwunden und der Knabe ganz wohl. So weit war also die Krank- 
heit ganz regelmässig wie Masern verlaufen. Nun aber blieb die 
Abschuppung aus, und er erfolgten auch sonst keine kritischen Aus- 
leerungen. - So sorgfältig auch täglich mehrmals danach geforscht 
wurde, 80 stellte sich doch nicht die geringste Spur von Abschup- 
pung ein, doch blieb der Kleine völlig wohl und gedieh von die- 
ser Zeit an besonders. Obgleich nun der Verf, diesen Ausschlag 
für nichts anders, als für Masern hält, so kann er doch das Kind 
gegen die ächten Masern, die sich alle Mal mit der eigenthümlichen 
frieselartigen Abschuppung und den kritischen Ausleerungen endi- 
gen, keineswegs geseh"‘ Men. Kr erkennt in den jetzt über«
	        
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