Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

8 Ik ‚Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
‚enheit. Die Arachnoidea war hin’ und wieder stark geröthet nnd 
retrübt; zwischen ihr und der Pia mater etwas gelblich-weisses, 
halb durchsichtiges, gallertartiges Exsudat.. Die Mirnsubstanz 
war wenig blutreicher, als gewöhnlich; alle vier Gehirnhöhlen 
waren durch Wasser ausgedehnt; die Ganduld pitıitaria wge- 
wöhnlich gross; elastisch , hart und von einer Balggeschwulst aus- 
gedehnt, welche mit honigartliger Masse gefüllt war. * Die Brust- 
organe waren normal. Die Schleimhaut des Colon war entzün- 
et, verdickt, dunkelbraunroth und mit vielen erbsen- bis boh- 
nengrossen Geschwüren bedeckt. Die Nieren waren aufgelockert ; 
am Uterns, an den Ovarien und Tuben viel Hydatiden. — In 
vorstehendem Krankheitsfalle hörte eine Localeiterung auf, wäh- 
vend durch Entwickelung von Darmgeschwüren und durch Arach- 
nitis Kiter an einer andern Stelle des Körpers ausgesondert ward, 
wo also der gewöhnlichen Meinung nach eine Eitermetastase vor- 
handen ist, was aber durch die Section widerlegt wird. Verf. 
sucht num die gewöhnliche Ansicht, dass bei einer Kitermetastase 
das Eiter durch die Blutmasse geführt und an einem fremden 
Orte ausgeschieden werde, umzustossen , da es für solche An- 
sicht keine einzige beweisende Beobachtung gebe, und kommt 
hierbei auf den Mechanismus der Ausscheidung, Aufsaugung und 
Absonderung überhaupt zu reden. Die neuere Physiologie lässt 
diese physiologischen Vorgänge theils auf dem Processe der Im- 
bibition, theils auf dem merkwürdigen Phänomene der Endosmose 
und Exosmose beruhen. Dieselben Phänomene müssten auch die 
Bedingungen darstellen, unter weichen: eine ‘Kitermetastase Zzu- 
sammenkäme, wenn sie nämlich nach der gewöhnlichen Annahme 
vor sich ginge. Durch Imbibition wird die Quantität, durch En- 
dosmose nnd Exosmose wird die Qualität zweier Flüssigkeiten, 
welche durch ein organisches Gewebe, eine Haut, von einander 
getrennt sind, in’s Gleichgewicht gesetzt. Nun kann aber durch 
die thierischen Häute bloss vollkommen - aufgelöster Stoff hin- 
durch gehen; wenigstens kann durch die Häute der Blutgefässe 
keine Flüssigkeit hindurch, welche nicht weniger dick ist, als 
das Blut. Da nun aber die Eiterkügelchen weit stärker sind, als 
die Blutkügelchen; 80 ist nicht zuzugeben, dass die Eitermeta- 
stage auf die bisher angenommene Weise entstehe und entste+ 
Yen könne. Dahingegen lässt‘ sich die Eitermetastase auf fol- 
gende Weise erklären. Wir wissen, dass, wenn sich an einer 
Stelle abnorme Thätigkeit entwickelt, die Absonderung in andern 
Organen dadurch vermindert oder aufgehoben wird. Dies führt 
zu der wichtigen therapeutischen Lehre von der Derivation ünd 
eben darauf beruht die Wirkungsweise des Glüheisens,, der Fon- 
tanelle, der Vesicantien und Rubefacientien, in häufigen Fällen 
sogar der Abführmittel, Brechmittel u. 8; w. Die KEitermetasta- 
gen beschränken sich im Allgemeinen darauf, dass eine locale 
Eiterung an einem äussern Theile vorhanden war; dass sich ne- 
ben dieser auf einmal unbestimmte Zeichen eines iunern oder
	        
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