Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

Li Auatomie und Physiologie, 
Scheide eine- weite Oeffuung, und als der Finger herausging, 
folgte ihm ein kleiner, runder elastischer Körper. Kin weiblicher 
Katheter brachte denselben zurück und durch den Katheter ent- 
leerte sich etwas trüber Harn.: Die. Verdauungsorgane zeigten 
bei der Section nichts: Abnormes, die Harnabsonderungsorgane 
dagegen folgende, Abweichung: die rechte Niere, ‚ihr Harnleiter 
and die Nebennieren waren normal, die linke aber war um’s 
Doppelte grösser, besass jedoch die gewöhnliche Form. Die un- 
tere Hälfte derselben bestand aus der den Nieren eigenen Sub- 
stanz, die obere aber war eine Masse, die aus Zellgewebe und 
Häuten bestand und am gewölbten Rande mit Rindensubstanz ver- 
sehen war. Aus dem Hylus der Niere ging der ganz regelmäs- 
sige Harnleiter hervor. Die obere Hälfte der Niere bildete an 
der obern Ecke eine grosse sackförmige, häutige Erweiterung, 
aus der ein zweiter, die Gestalt eines Hühuerdarms habender, 
sehr weiter Harnleiter entsprang. Beide gingen mit Zellgewebe 
unter sich verbunden, Jetzterer öförmig geschlängelt, in’s Becken 
hinab. Die linke Nebenniere war normal, die mit der Niere her- 
ausgenommene Harnblase leer, ohne Spur von Entzündung. Grund 
und Körper der Blase waren ganz regelmässig, der Hals etwas 
verlängert, die Harnröhre fehlte und die weite Mündung der 
Blase fand sich unmittelbar am Halse. Vor Einmündung in die 
Blase bildeten die 2 Harnleiter der. linken Seite einen Canal, ig 
dem sie durch Häute und Zellgewebe innig mit einander verbun- 
den waren: dies war der Körper, den man bei der innern Un- 
tersuchung fühlte. Als. man die Harnblase an der vordern Flä- 
che aufschnitt, ergab es sich, dass sie eine zweite Harnblase 
enthielt, die der Form nach ımit der ihrigen überein kam und 
die ganz entzündet war. Ihr Grund ragte frei in die Blasen- 
höhle hinauf. Der Körper war im Umfange eines 6 Krenzerstücks 
au die innere Wand der äussern Bläse angeheftet, und der Hals 
war wieder frei und hatte unten eine Mündung, die hart hinter 
der Mündung der äussern Blase lag, doch so, dass der Harn 
durch die Oeffnung der wirklichen Harnblase abfliessen musste. 
Naclıdem man den Grund der innern Blase von der Wandung 
der äussern getrennt hatte, sah man deutlich die Mündung des 
Harnleiters, der von der untern Hälfte der Niere kam, oberhalb 
der Stelle, an der die innere Blase angeheftet war. Der Harn- 
leiter der untern Hälfte der Niere durchbohrte die Wandungen 
der Harnblase und ging in der Mitte des kleinen Punktes, wo 
die Harnblasen mit einander verbunden waren, in die kleinere 
Blase über, in der man, nachdem sie durchschnitten war, die 
Einmündung deutlich sah. Durch eine in diese Mündung ge- 
brachte Röhre liessen sieh Harnleiter und obere Hälfte der Nie- 
ren so aufblasen, dass letztere der Lungensubstanz ähnlich war; 
die untere Hälfte nahm aber Uaran nicht Theil, Die Häute der 
Innern Blase waren sehr dünn, doch sah man die der Harnblase 
eigene Muskelhaut dentlich, Bei grösster Ausdehnung mochte
	        
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