Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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VI. Thierarzneikunde, 
mit grosser Heftigkeit auftrat und wo der Kampf der Elemente sich 
durch Ueberströmen und Austreten der Gewässer heurkundete, 
Endlich erlitt auch die Pflanzenwelt bei so allgemeinen, grossarti- 
gen und ausserordentlichen Umwälzungen, welche nicht nur in dem 
ELufikreise, sondern auch in der innern Haushaltung des Erdorga- 
nismus und auf dessen Oberfläche Statt fanden, mannigfaltige 
krankhafte Veränderungen, - [Med. Jahrb. d.‘ k. k. Österreich, 
Staates, 1834, Bd. 15, St. 4.] (VY—t.) 
186. Wucherungen am Geweihe eines Rehbocks; 
vom M. R. Dr. HeyreLDen in Sigmaringen, Am 28, Jun. d.J. mel- 
dete ein Landmann dem Oberförster zu Wald im Fürstenthume Ho- 
henzollern, dass er auf der Landstrasse, nahe am Orte, auf einen 
im Kreise sich herumbewegenden Rehbock*gestossen und von die- 
em angegriffen worden sey. Zugleich zeigte er einige von dem 
Thiere ihm beigebrachte Verletzungen. Der Oberförster begab 
sich nach der angegebenen Stelle und traf hier einen fortwährend 
in Kreisen sich schnell herumbewegenden Rehhock, der indess 
keine Miene zu einem Angriffe auf ihn machte und durch einen 
Schuss getödtet wurde. . Der Kopf des 'Thieres zeichnet sich durch 
ein Geweih mit vielen, zum Theil noch weichen Auswüchsen aus. 
Bei der Obduction fanden sich die Hoden nicht im Scrotum, son+ 
dern noch über dem Bauchringe. . Der eine Hode war ungewöhnlich 
klein und fast geschwunden zu nennen. Die andern Organe waren 
sämmtlich normal. Nach der Ansicht eines Forstbeamten soll jene 
Geweihwucherung sich häufig bei Rehen und Hirschen finden, die 
jung eingefangen und in einem Gehege aufgezogen werden, nach- 
dem man sie entmannt hatte. — Die Bewegungen des Thieres in 
engen Kreisen stehen wahrscheinlich mit der vorgefundenen Be- 
schaffenheit der Geschlechtstheile im Zusammenhange. [Med, 
Corresp. Blatt d. württ. ärztl. Vereins, 1834, No. 40.) (K—e.) 
; 18% Zur pathologischen Anatomie’der Rinder- 
pest; vom Kreisthierarzte Hausner. In allen an der Löserdürre 
1832 im Ortelsburger Kreise gefallenen T’hieren, welche geöff- 
net wurden, fand man ausser den gewöhnlichen pathologischen 
Veränderungen auch Erosionen an der Schleimhaut des 
4, Magens und der Gallenblase. Die des Magens waren 
von verschiedener Grösse und von. unregelmässiger Gestalt; die 
der Gallenblase dagegen waren stets nur wie ein Nadelkopf gross, 
am Rande mit einem schmalen rothen Streifen umgeben und öf- 
ters mit einem Klümpchen gerounenen Bluts bedeckt, nach des- 
sen Wegnahme sie erst sichtbar wurden.. In den ersten Tagen 
der Krankheit waren die Erosionen noch nicht völlig ausgebildet, 
und man ‚sah an ihren Stellen schwarzrothe Flecke von oben 
bemerkter Grösse. — Diese Erosionen, deren andere Beobachter 
der Rinderpest nicht gedenken, scheinen den Darmgeschwüren 
lyphöser Kranken anz'or zu seyn. [Medic, Zeit, v. d. Vereine f. 
Heilk. sungen 7882 Nr. 186° (Fr.) ; 
Verlag von Leopold Voss in Leivzig.
	        
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