Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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durch die Gegenwart; nöch durch das Bevorstehen der Menstrua- 
tion davon abhalten zır lassen, sobald ihre Nothwendigkeit er- 
kannt. ist; denn L. sahe mehrere Fälle, wo, nachdem. die Ope-, 
ration war verschoben worden, der Tod in Folge einer Perito- 
pitis eintrat. — VI. Ulcerationen der Gebärmutter, 
L. theilt sie folgender: Maassen ein: 1) Flecken und Phiyktänen 
des Mutterhalses, - welche häufig den Verschwärungen. vorange-, 
hen, : oder deren Form selbst annehmen;. 2) ‚eigentliche ‚Ulcera- 
tionen; 3) scrophulöse. Ulcerationen;: 4) fungöse Geschwülste, 
welche manchen’ Verschwärungen folgen; 5) krebsartige  Ulcera- 
tionen und Vegetationen. — 1) Von.den Flecken und Phlyk- 
Länen des Mutterhalses, Bei fast allen Frauen; welche 
einen reichlichen Scheidenausfluss haben, findet mau auf der hin- 
tern Lippe des Mutterhalses. roihe Fiecke, weiche von der Ein- 
wirkung der durch den Uterus abgesonderten Flüssigkeit herzu: 
rühren ‚scheinen, eben so wie. bei der Wpiphora die Thränen 
Excoriationen der Wangenhaut verursachen. An sich zwar schei- 
nen diese Flecke von ‚geringer Bedeutung zu seyn; allein leicht 
kann die Schleimhaut degeneriren, wenn ihr Katarrh nicht bald 
gehoben wird. Es giebt indessen noch andere Flecke, welche, 
einen Theil oder die ganze Fläche des Mutterhalses einnehmen 
und von dieser Ursache unabhängig sind; die Scheide hat. dabei. 
ihre natürliche Farbe; sie gleichen im Allgemeinen den feigwar- 
zigen Hautaffectionen; sind braunroth, wie entzündet; erheben 
sich etwas über das Niveau der gesunden‘ Stellen. und bilden 
zuweilen isolirte, ‚wie mit einem Meisel abgerundete Plätichen. 
L. fand sie bei manchen Frauen aus einem hervortretenden Ge- 
Rechte von’ kleinen Gefässen bestehend, gerade so wie bei der 
Entzündung des Schlundes. Fast immer sind sie mit einer ein- 
Jachen Anschwellung, sehr selten mit einer Verhärtung des Mut- 
terhalses verbunden, und beim Touchiren findet man gewöhnlich 
die Schleimhaut weich, verdickt, sammetartig oder wollig und 
leicht bilutend. Da diese Flecke häufig in Verschwärungen über- 
gehen, so verdienen sie unsere ganze Aufmerksamkeit. Sind sie 
mit Brennen, Hitze und Schmerz verbunden, so passen Anti- 
phlogistica, allgemeine Bäder, erweichende Injectionen, Klystiere 
und Getränke. Sehr lebhafte Schmerzen bekämpft man durch 
narkotische Mittel! und einen revulsivischen Aderlass am Arme. 
Ist dieser Reizzustand beseitigt, so schwinden zuweilen die Fle- 
cke allmählich von selbst; häufig jedoch führt dann ein schnel- 
les Gehen, der Beischlaf , Genuss von reizenden Dingen sie gleich 
wieder mit- allen ihren Erscheinungen zurück. In diesem chro- 
nischen Zustande nun müssen örtlich Adstringentia angewendet 
werden, unter denen L. als das allerbeste Mittel, das oft schon 
nach einmaliger Anwendung hilft, empfiehlt: leichte Cauterisa- 
sion mit salpetersaurem Quecksilber. Man reinigt zuvor die af- 
Geirten Stellen mit einem weichen Pinsel von dem sie bedecken- 
den Schleime, und cauterisirt dann gelind, bis die rothen Flecke
	        
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