Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

50 
- 1]. Materla medica und Toxikologie, 
Ceras. nigr. mit Spir. nitr. dule,. gegeben, worauf die Speiche- 
Jung nicht so heftig war, sich etwas Appetit zum Essen bemerk- 
bar machte und die Ficberbewegungen besonders gegen Abend 
nachliessen. In den nächsten Tagen wurde mit der Gabe des 
Salmiaks gestiegen. An manchem dieser Tage schien sich das 
Uebel in einigen Stücken zu bessern, indem namentlich der Spei- 
chel in ‚geringerer Menge abgesopdert wurde und die Verdauung 
besser war, doch war dies nur sehr abwechselnd der Fall, und 
oft befand sich die Kranke, olıne weitere Veranlassung, schon 
nach, einigen Stunden wieder so schlecht, wie vor diesen Remis- 
sionen.. Da der Verf. jetzt sogar Vereiterung des, Pankreas zu 
fürchten anfing, weil Pat. nach mehrmaligen Horripilationen über 
eigenthümliche Kälte in den Präcordien klagte und mehr und 
mehr abmagerte, so hielt er das Kalkwasser für angezeigt, das 
nun neben Milchdiät täglich zu einer halben Kaune vom 27. Febr. 
bis 1. März allein getrunken wurde. Anfangs bekam dies Mit- 
tel gut, bald aber ging alles wieder schlechter, und da nicht nur 
die Vomituritionen von neuem rege wurden, die Füsse anschwol- 
Jen und der Speichelfluss zunahın, sondern auch die Empfind- 
Jichkeit in der Regio epigastrica bedeutend wurde, musste S. 
am 18. März rein antiphlogistisch verfahren, Es wurden 10 
Blutegel auf die Präcordien. gesetzt und eine ölige Emulsion mit 
Nitr. gegeben. Nachdem der entzündliche Reiz hierdurch besei- 
tigt war, verordnete der Vrf. am 19. März die nach Wuıse frisch 
bereitete Thierkohle früh und Abends 6 Tage zu 2 Gr., dann 
aber bis zum 1% April zu 3 Gr. mit etwas Milchzucker, liess 
jedoch das Pulver picht trocken, wie Wueırse angicbt, nehmen, son- 
dern in etwas Wasser oder Thee /eingerührt. Während nun die- 
ses Mittel. und nächst dem nur einfache eröffnende Kliystiere an- 
gewendet wurden, besserte sich das Befinden sehr bald anf das 
merklichste. Das Oedenr der Füsse setzte sich, das Abendfie- 
ber liess nach, die Salivation wurde geringer, es stellte sich 
Appetit ein, das Essen machte nicht mehr wie früher Ver- 
dauungsbeschwerden oder Uebelkeit, das unangenehme Gefühl 
im Magen verschwand nach und nach ganz und Anfangs April 
erschien zum ersten Male wieder die seit Monaten ausgebliebene 
Periode. Seitdem ist Pat., besonders auch bei mehreren Malz- 
und Kränterbädern, so genesen, dass sich den ganzen vorigen 
Sommer von allen {rühern Beschwerden nicht das Geringste zeigte, 
und sie sich wohler, als vor ihrer Krankheit befand. — Inter- 
essant scheint dem Verf. besonders die Gleichheit zu seyn, mit 
der die Thierkohle auf die in ihren Funktionen sich einander so 
ähnelnden Speicheldrüsen und das Pancreas wirkt. Ob sie ihre 
zertheilende Eigenschaft auch bei Verhärtungen der drüsenartig 
gebildeten Organe, als der Leber, Milz, Nieren und Ovarien 
bewährt, wird die Zukunft lehren. — Was die oben erwähnten 
Bestandtheile des hier besprochenen Mittels anlangt, so erhielt 
MreuReR vom Carbo animalis #eisü, den er zuerst mit destillir-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.