Full text: (9. Band = 1834, No 17-No 24)

w NE; Materla medica und. Toxikologie, 
Brustschmerzen und endlich völlige Befreiung von beiden Uebelu 
binnen 3 Monaten. Davon; dass es der Verf. hier mit chroni- 
schem Leiden der Luftröhrenschleimhaut und nicht mit Indura- 
tionen der im Umfange der Trachea liegenden Drüsen zu thun 
hatte, die so oft an den auf Masern folgenden Krankheiten des 
Athmungsapparats Schuld sind, wurde er durch das Stethoscop, 
das ein durch unmittelbare Auscultation‘ nicht wahrgenommenes 
Schleimrasseln nachwies, überzeugt, ‚Ohne dass dies geschehen, 
hätte er vielleicht. resolventia, acria, metallica angewendet, um 
etwaige Verhärtungen aufzulösen. .[ Allgem. medic. Zeit, 1834, 
No, 6.] „0 (K—e.) 
IL. MATERrRIA MEDICA und ToxiKoLoGIE, 
17. Zur Geschichte der AUTENRIETH'schen. Salbe; 
von Dr. Sıcherer in Heilbronn. Am 8. Mai d. J. wurde S. zu 
einem 2jährigen Kinde gerufen. - Es litt an Augenentzündung und 
angeschwollenen Halsdrüsen, die auf dem fruchtbaren Boden scro- 
phulöser Dyskrasie und wahrscheinlich noch eines andern erbli- 
chen Giftes. wucherten, die bei diesem Kinde und seinen GE- 
schwistern Beinfrass, Winddorn, Achores, Drüsenverhärtungen; 
Kropf und Rhachitis schon wechselnd hervorgebracht hatten 
Des Augenleidens wegen wurde von einem andern Arzte die Av- 
TENRIETH’sche Salbe und zwar stärker als gewöhnlich [1:3] ver- 
ordnet. Die Mutter hatte von dieser Salbe nach Vorschrift Läg- 
lich 3mal so viel wie eine kleine Bohne beträgt aufs Hinterhaupt 
eingerieben und. nie weiter, aber so lange fort, bis die Blattern 
erschienen. So wurde. die halbe Unze Salbe in 6 Tagen ver- 
braucht, ohne dass Pusteln erschienen. Dagegen zeigte sich 
schon am 4. Tage der Kinreibungen, am 26 April, Geschwulst 
über dem ganzen Hinterhaupte, die bei fortgetzter Einreibung 
am 6. Tage ausnehmend schmerzhaft, hart und hoch aufgetrie- 
ben erschien. An den folgenden Tagen bildete sich an einzel- 
zeinen Stellen an der Gränze der Geschwulst ein eiternder 
Rand, der am $. Mai, als der Vrf. das Kind sah, die ganze 
Geschwulst einschloss. Diese ganz gesunde Eiterung umgab nua 
vollkommen in zirkelrunder Form: die in trockenen Braud über- 
gegangene, das ganze Hinterhaupt bedeckende, von den Condy- 
len dieses Knochens bis beinahe zum Scheitel und in die Tiefe 
bis auf den Knochen gehende Masse. Da die Eiterung gut war, 
80 liess S. nur Plumasseaux von trockner Charpie zwischen die 
Ränder und unter die sich loslösende sphacelöse Masse bringen 
und diese täglich im Verhältnisse, als sich der Sphacelus weiter 
ablösete, vermehren. Das Allgemeinbefinden stand zu der Zer- 
störung in keinem Verhältaisse, das Kind hatte sogar mehr Ap- 
petit, als sonst, und die Augen wurden durch dieses Fontanell 
freilich viel besser. Am 2©, Mai fiel endlich das ‘brandige Stück
	        
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